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Ernährungspyramide

Alkohol

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Richtwerte - Energiegehalt - Gesundheit und Risiken

Alkohol ist ein Genussmittel

Alkoholische Getränke wie Bier und Wein erfreuen sich in Österreich großer Beliebtheit. Mit zunehmendem Alter steigt der Konsum dieser Getränke vor allem bei Männern an und ist für einen beträchtlichen Teil der Energieaufnahme verantwortlich.

Richtwerte zur Alkoholaufnahme 

  Alkohol/Tag
 Frauen  10 g
 Männer  20 g

Tabelle 1: Richtwerte für die Aufnahme an Alkohol, die als akzeptabel eingestuft werden (nach DACH, 2008)

Diese Richtwerte sollen nicht als Aufforderung zum regelmäßigen oder täglichen Alkoholkonsum aufgefasst werden und gelten nur für gesunde Personen. In Bezug auf das Suchtpotenzial kann nur keine regelmäßige Alkoholaufnahme als gesundheitlich unbedenklich bezeichnet werden. Schwangere und Stillende sowie Kinder sollten Alkohol generell vermeiden, um keine unnötigen Gesundheitsrisiken einzugehen.

Energieträger Alkohol 

Eine hohe Aufnahme von alkoholischen Getränken trägt aufgrund der hohen Energiedichte zur Entstehung von Übergewicht bei (10 g Alkohol entsprechen ca. 290 kJ bzw. 70 kcal). Zudem kann Alkohol aufgrund seiner enthemmenden Wirkung zu übermäßigem Essen verleiten.

 Alkoholische Getränke  Energiegehalt MJ/l  Energiegehalt kcal/l  Alkoholanteil g/l  Alkoholanteil am Brennwert (%)
 Vollbier, hell  1,6  390  35  63
 Rotwein, leicht  2,7  650  80  86
 Rotwein, schwer  3,2  775  95  86
 Weißwein  2,9  700  85  85
 Sekt  3,5  835  90  75
 Weinbrand  9,9  2400  330  96

Tabelle 2: Energie- und Alkoholgehalt alkoholischer Getränke (nach DACH, 2008)

Gesundheit und Risiken 

 

  • Unterschätzte Kalorienquelle: Bei 7kcal/g Alkohol liefern Wein, Sekt, Alcopops und alle Spirituosen mehr Kalorien als gezuckerte Süßgetränke wie Cola oder Limonade. Alkohol ist deshalb eine oft unterschätzte Energiequelle. Dadurch kann der regelmäßige Konsum von Alkohol das Risiko von Übergewicht erhöhen.
  • Alkohol als Risikofaktor für erhöhte Triglyceride und Bluthochdruck: ein hoher Alkoholkonsum erhöht das Risiko für Hypertriglyceridämie. Die Höhe des Blutdrucks entspricht einer J-förmigen Kurve: geringer Alkoholkonsum vermindert das Risiko, hoher Alkoholkonsum erhöht das Risiko
  • Chronischer Alkoholkonsum und das Risiko zur Nährstoffimbalance: Aufgrund seiner stark harntreibenden Wirkung kann ein hoher Alkoholkonsum zu Störungen im Mineralstoffhaushalt führen (erhöhte Ausscheidung von Kalium, Magnesium, Zink). Negative Auswirkungen chronischen Alkoholmissbrauchs sind auf schlechte Verwertung von Fett und essentiellen Nährstoffen zurückzuführen, da Alkohol in der Leber bevorzugt abgebaut wird. Durch erhöhten Alkoholkonsum hervorgerufene Magen- und Dünndarmschleimhautläsionen können zu Absorptionsstörungen und in weiterer Folge zu Nährstoffmängeln (z.B. Vitamin B1, B6, B12, Folsäure und Magnesium, Kalium sowie Zink) führen.
  • Alkohol in der Prävention? Laut World Cancer Research Fund Report (WCRF) besteht ein überzeugender Zusammenhang zwischen erhöhtem Konsum alkoholischer Getränke und Mund-/Rachen-/Kehlkopf-, Speiseröhren-, Brustkrebs vor und nach den Wechseljahren und Kolorektumkarzinom bei Männern. Ein wahrscheinlicher Zusammenhang wird zwischen Alkoholkonsum und Kolorektumkrebs bei Frauen und Leberkrebs berichtet.
    Der WCRF empfiehlt eine Begrenzung des Konsums alkoholischer Getränke, da aufgrund der derzeitigen Datenlage hinsichtlich Krebserkrankungen sogar geringste Mengen von Alkohol vermieden werden sollen. Daten hinsichtlich der Alkoholwirkung zeigen keine Unterschiede zwischen verschiedenen alkoholischen Getränken. Daher umfasst die Empfehlung alle Arten von Alkohol, entscheidend ist alleine die konsumierte Menge.
    Manches Datenmaterial legt nahe, dass ein moderater Alkoholkonsum das Risiko an koronaren Herzerkrankungen senken könnte. Die derzeitige Datenlage reicht allerdings nicht aus, um Zufuhrempfehlungen auszusprechen. Organschäden (Leber, Pankreas, Herzmuskel und ZNS) können durch chronischen Alkoholabusus begünstigt werden.
  • Alkoholkonsum und Konzentrations-, Reaktions- und Leistungsvermögen: Übermäßiger Alkoholkonsum bedingt eine eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit und eine Fehleinschätzung von Raum und Distanz, was ein erhöhtes Unfallrisiko am Arbeitsplatz und im Straßenverkehr zur Folge hat.
  • Alkohol: doch nicht der ideale Durstlöscher während oder nach dem Sport! Alkohol führt zu Koordinationsstörungen und Verlängerung der Reaktionszeit und hemmt das antidiuretische Hormon (ADH), dadurch kommt es zur vermehrten Ausscheidung von Wasser über die Niere und den Muskeln wird Wasser entzogen, was eine Minderung der Muskelleistung zur Folge hat.
    Aufgrund der zahlreichen negativen Wirkungen eines übermäßigen Alkoholkonsums ist der Verzehr alkoholischer Getränke nicht zu empfehlen.

Public Health

Alkoholkonsum ist ein bedeutendes Public-Health-Thema. Beispiele für weltweite, europäische und nationale Strategien zur Verringerung des Alkoholkonsums sind:

 © ÖGE

Weitere Quellen:

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR ERNÄHRUNG e.V. (DGE), ÖSTERREICHISCHE GESELLSCHAFT FÜR ERNÄHRUNG (ÖGE), SCHWEIZERISCHE GESELLSCHAFT FÜR ERNÄHRUNGSFORSCHUNG UND SCHWEIZERISCHE VEREINIGUNG FÜR ERNÄHRUNG (SGE/SVE). D-A-CH Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. 2. Auflage, Umschau Braus Verlagsgesellschaft, Frankfurt am Main, 2008.

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR ERNÄHRUNG e.V. (DGE). Wie beeinflusst die Ernährung die Krebsentstehung? Insbesondere Alkohol erhöht das Krebsrisiko - Gemüse, Obst und Ballaststoffe senken es. Pressemeldung 10/2009. Internet: http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=963 (Zugriff: 30.11.2009)

ELMADFA I, FREISLING H, NOWAK V, HOFSTÄDTER D, et al. Österreichischer Ernährungsbericht 2008. Wien, 2009.

EBERMANN R, ELMADFA I. Lehrbuch Lebensmittelchemie und Ernährung. Springer-Verlag, Wien, 2008. 

JANNE TOLSTRUP et al. Prospective study of alcohol drinking patterns and coronary heart disease in women and men. BMJ 2006;332:1244-1248. 

WORLD CANCER RESEARCH FUND /AMERICAN INSTITUTE FOR CANCER RESEARCH. Food, Nutrition, Physical Activity, and the Prevention of Cancer: a Global Perspective. Washington, DC: AICR, 2007.

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