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Schlackenstoffe

Was sind „Schlackenstoffe"?

Der Begriff „Schlacken" ist mittlerweile in der Populärmedizin alltäglich geworden und wird häufig synonym für Stoffwechselprodukte des Körpers verwendet, die sich im Körper ansammeln sollen. „Schlacken" als Substanz sind aber im menschlichen Körper noch nicht nachgewiesen worden.
Beim Gesunden ist eine ausreichende Ausscheidung von Stoffwechselprodukten und Giftstoffen aus dem Körper gewährleistet. Dabei verfügt der menschliche Körper über verschiedene Ausscheidungssysteme (Schweiß wird über die Haut ausgeschieden, Kohlendioxid über die Atemluft, Fäzes über den Darm und Harn über die Nieren).

Ist eine "Entschlackungskur" sinnvoll?

„Entschlackungskuren" können durchaus einen persönlichen Nutzen bringen, und es ist möglich, dass danach eine Verbesserung des Wohlbefindens verspürt wird, dennoch gilt: „aus der Wirksamkeit des „Entschlackens" kann nicht auf die Existenz von „Schlacken" geschlossen werden." (Dellmour, 2007).

Was ist zu beachten?

Tabletten, Kapseln und Tees zur Entschlackung bzw. Entwässerung sind ungeeignet und mitunter sogar gefährlich. Eine gute Übersicht über Schlankheitsmittel liefert eine Tabelle des aid Infodienstes für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft e.V.: http://www.was-wir-essen.de/gesund/schlankheitsmittel_wirkung.php

Gibt es eine „natürliche Entschlackungskur"?

Es gibt Pflanzen, deren Konsum harntreibend wirkt, wie beispielsweise der Wacholder oder die Brennnessel.
Wacholder (Wirkstoff Terpinen-4-ol) wirkt harntreibend. Wacholderbeeren finden breite Anwendung als Tee (1 EL gequetschte Scheinbeeren pro Tasse, 2 Tassen pro Tag) oder werden gekaut (4 Stück Scheinbeeren pro Tag). Zur Langzeitanwendung (über 12 Tage) ist Wacholder nicht empfehlenswert wegen seiner nierenreizenden und -schädigenden Wirkung.

Brennessel steigert ebenfalls die Harnproduktion und soll zudem bei Arthritis und Rheumatismus wirken, wobei Forschungen in diesem Bereich allerdings noch notwendig sind. Für die Zubereitung eines Tees wird ein Löffel Kraut mit heißem Wasser überbrüht, wobei 3 Tassen Tee pro Tag empfohlen werden.

Ein Tipp bei Blähungen:

Wer öfter mit schmerzhaften Blähungen zu kämpfen hat, kann mit Kräutertees gute Wirkungen erzielen. Fenchel, Kümmel, Anis beispielsweise enthalten so genannte Karminative. Diese Wirkstoffe führen zu einer Entspannung der Magen- und Darmmuskulatur und erleichtern unter anderem den Abgang von Darmgasen.

 

Quellen:

[1] DELLMOUR F. Der Schlackenbegriff als medizinische Metapher, in: Marktl W. Reiter B. Ekmekcioglu C. Säuren - Basen - Schlacken: Pro und Contra. Eine wissenschaftliche Diskussion, Springer Verlag, Wien, 2007, S. 17-21.

[2] THELEMANN J. Schlankheitsmittel - Abnehmen garantiert? In: aid - ernährung im fokus 7- 06/07.

 

© ÖGE

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