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BMI

Definition

Die Abkürzung BMI steht für Body Mass Index („Körpermassen-Index“) und ist eine international anerkannte Maßeinheit, mit der sich das individuelle Körpergewicht bewerten lässt. Der BMI stellt das Körpergewicht einer Person in Relation zur Körpergröße dar und dient der groben Einordnung des Ernährungszustands. [1]

Formel zur Berechnung des BMI

 BMI = Körpergewicht (in Kilogramm) : Körpergröße² (in Meter)[1]


BMI-Klassifikation für Erwachsene

Anhand folgender Tabelle kann ermittelt werden, in welchem Bereich das eigene Körpergewicht liegt:

 

Klassifikation

 

BMI (kg/m2)

Untergewicht <18,5
Normalgewicht 18,5 - 24,9
Übergewicht > 25,0
  Präadipositas 25 - 29,9
  Adipostitas I 30 - 34,9
  Adipositas II 35 - 39,9
  Adipositas III ≥ 40

Tabelle 1: Klassifikation nach WHO 2000 [2]

Beispiel für einen BMI-Rechner für Erwachsene [7]

Dem Österreichischen Ernährungsbericht 2017 zufolge sind 41 % der untersuchten erwachsenen Bevölkerung (18 bis unter 65 Jahre) übergewichtig bzw. adipös. Männer sind häufiger übergewichtig als Frauen.  Der errechnete Body Mass Index (BMI) der Teilnehmerinnen und Teilnehmer beträgt im Durchschnitt 25,0 kg/m²; Frauen weisen einen mittleren BMI von 24,2 kg/m², Männer von 25,8 kg/m² auf.[9]

Ein hoher BMI (Übergewicht bzw. Adipositas) kann zu schwerwiegenden ernährungsassoziierten Krankheiten führen. Die gesundheitlichen Folgen sind beispielsweise ein erhöhtes Risiko für nicht übertragbare Erkrankungen (noncommunicable diseases, NCDs), wie kardiovaskuläre Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2, Erkrankungen des Bewegungsapparats und verschiedene Krebserkrankungen.[9]

BMI-Klassifikation für Kinder und Jugendliche

Analog zu erwachsenen Personen, kann auch für Kinder und Jugendliche der BMI zur Beurteilung von Übergewicht und Adipositas verwendet werden, allerdings gelten für diese Personengruppe andere Werte. Da der BMI im Kindes- und Jugendalter entsprechend den physiologischen Änderungen der prozentualen Körperfettmasse von deutlichen alters- und geschlechtsspezifischen Besonderheiten beeinflusst wird, muss dies bei der Beurteilung berücksichtigt werden. Dabei werden die alters- und geschlechtsspezifischen Perzentilenkurven nach Kromeyer-Hausschild et al. (2001) verwendet. Die Feststellung von Übergewicht bzw. Adipositas und extremer Adipositas soll dabei anhand der 90. bzw. der 97. und 99,5. Perzentile dieser Referenzdaten erfolgen.[1,3,5]

Klassifikation

BMI-Perzentile

Übergewicht BMI-Perzentile > 90 - 97
Adipositas BMI-Perzentile > 97 - 99,5
extreme Adipositas BMI-Perzentile > 99,5

Tabelle 2: BMI-Klassifikation für Kinder und Jugendliche [3]

Beispiel für einen BMI-Rechner für Kinder und Jugendliche[8]

BMI-Klassifikation für ältere Personen

Mit zunehmendem Alter liegt der wünschenswerte BMI höher als bei jüngeren Menschen. Ältere Menschen mit einem niedrigeren BMI zeigen eine höhere Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten.  Energiereserven können im Krankheitsfall das Mortalitätsrisiko senken.[6]

Daher gilt für Menschen über dem 65. Lebensjahr eine andere BMI-Beurteilung:

Klassifikation

BMI (kg/m²)

Schwere Mangelernährung < 18,5
Leichte Mangelernährung 18,5 - 19,99
Risiko für Mangelernährung 20 - 21,99
Normalgewicht 22 - 26,99
Präadipös 27-29,99
Adipositas ≥ 30

Tabelle 3: BMI-Klassifikation für Personen über 65 Jahre [6]

Grenzen des BMI

Die Einteilung mittels Body Mass Index dient einer groben Einordnung des Ernährungszustandes. Das Verhältnis zwischen Körpergröße und Körpergewicht reicht nicht aus, um Aussagen über die Körperzusammensetzung zu treffen.[1]

  • BMI und Sport:

Der BMI differenziert nicht zwischen stoffwechselaktiver Zellmasse und Fettmasse. Personen, die eine hohe Muskelmasse, aber eine eher geringe bzw. „normale“ Fettmasse aufweisen, werden entsprechend des BMI als übergewichtig klassifiziert.

  • BMI und Körpergröße:

Die Aussagekraft des BMI ist für sehr große/sehr kleine Personen eingeschränkt. Die traditionelle Berechnung des BMI kann z.B. mit Hilfe eines 3D-Body-Scans verbessert werden, da hier die Körperoberfläche miteinbezogen wird.[1]

  • BMI und Körperfettanteil:

Den Erhebungen des Österreichischen Ernährungsberichts 2017 zufolge zeigt sich hinsichtlich der Adipositasprävalenz in 96,8 % der Fälle eine Übereinstimmung zwischen der Einteilung nach den BMI-Kategorien und der Risikoeinschätzung durch den Körperfettanteil. Im Normalgewichtsbereich unterschätzt der BMI verglichen mit den Einschätzungen des Körperfettanteils bei 25,7 % des Kollektivs und überschätzt bei 11,8 %. Bei den Untergewichtigen klassifiziert der BMI das Körpergewicht am häufigsten (38,7 %) geringer als es der Einordnung nach dem Körperfettanteil entspricht.[9]

Weitere anthropometrische Parameter

Bei Betrachtung des Taillenumfangs bzw. des Waist-to-Hip-Ratio erhalten die Ergebnisse stärkere Aussagekraft.[4]

1.      Taillenumfang (= Bauchumfang auf Höhe des Bauchnabels)

Grenze für ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko [4]:

bei Frauen Taillenumfang bis 80 cm
bei Männern Taillenumfang bis 102 cm

Erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen [4]:

bei Frauen Taillenumfang > 88 cm
bei Männern Taillenumfang > 102 cm

Laut dem Österreichischen Ernährungsbericht 2017 beträgt der Taillenumfang des Studienkollektivs im Mittel 86,5 cm. Der mittlere Taillenumfang liegt bei Frauen bei 81,0 cm und bei Männern bei 91,9 cm.[9]

2.      Waist-to-Hip-Ratio (WHR, Taillenumfang/Hüftumfang)

Nicht nur Masse und Fettanteil des menschlichen Körpers wirken sich auf die Gesundheit aus, sondern auch die Verteilung des Fettgewebes. Durch den Vergleich von Taillen- und Hüftumfang kann zwischen androider (vermehrte Fettansammlung oberhalb der Taille, „Apfeltyp“) und gynoider (vermehrte Fettansammlung unterhalb der Taille, „Birnentyp“) Fettverteilung unterschieden werden. Bei der androiden Fettverteilung ist das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen erhöht, da es mit einer größeren Menge an stoffwechselaktivem viszeralen Fett assoziiert ist.[4]

Deutlich erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen laut WHO [4]:

bei Frauen WHR > 0,85
bei Männern WHR > 0,9

Als Taillen-Hüftumfang-Verhältnis wurde im Durchschnitt für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer 0,85 berechnet. Frauen weisen eine WHR von 0,80 und Männer von 0,89 auf.[9]

Für die genaue Messung der Körperzusammensetzung werden andere Methoden herangezogen (siehe dazu „Messung der Körperzusammensetzung“).

 

© ÖGE (2019)

[1] ELMADFA I, LEITZMANN C. Ernährung des Menschen. 5. Auflage. Verlag Eugen Ulmer Stuttgart 2015. Kapitel 2.1. Körperzusammensetzung (S.37 ff.)

[2] WHO. Obesity: preventing and managing the global epidemic. Report of a WHO Consultation. WHO Technical Report Series 894, Genf. 2000.

[3] WABITSCH M, KUNZE D. (federführend für die AGA). Konsensbasierte Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Prävention von Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter. Version 2015. Internet: https://aga.adipositas-gesellschaft.de/fileadmin/PDF/Leitlinien/AGA_S2_Leitlinie.pdf (Zugriff: 26.02.2019)

[4] NHLBI. Obesity Education Initiative. The practical guide: Identification, evaluation and treatment of overweight and obesity in adults. National Institutes of Health. 2000 (NIH Publication Number 00-4084). Internet: https://www.nhlbi.nih.gov/files/docs/guidelines/prctgd_c.pdf (Zugriff: 27.02.2019)

[5] KROMEYER-HAUSCHILD K., et al. Perzentile für den Body Mass Index für das Kindes- und Jugendalter unter Heranziehung verschiedener deutscher Stichproben. 2001. Monatsschrift Kinderheilkunde 149(8): 807-818

[6] VOLKERT D, BERNER YN, BERRY E, CEDERHOLM T, COTI BERTRAND P, MILNE A, PALMBLAD J, SCHNEIDER S, SOBOTKA L, STANGA Z,et al, ESPEN Guidelines on Enteral Nutrition: Geriatrics. Clin Nutr. 2006; 25(2):330-60

[7] BMI-RECHNER: DEUTSCHE ADIPOSITAS GESELLSCHAFT. Was ist der BMI. Internet: https://www.adipositas-gesellschaft.de/mybmi/ (Zugriff: 26.02.2019)

[8] BMI-RECHNER: ARBEITSGEMEINSCHAFT ADIPOSITAS IM KINDES- UND JUGENDALTER. Was ist der BMI. Internet: https://aga.adipositas-gesellschaft.de/mybmi4kids/ (Zugriff: 26.02.2019)

[9] RUST P, HASENEGGER V, KÖNIG J. Österreichischer Ernährungsbericht 2017. 1.Auflage, Wien, 2017. Kapitel Körpergewicht und Körperzusammensetzung bei österreichischen Erwachsenen.

 

 



 

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