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Ernährungspyramide

BMI

Definition - Einteilung in Gewichtsklassen - Folgen eines erhöhten BMI-Wertes

 

Was bedeutet BMI? 

Die Abkürzung BMI steht für Body Mass Index („Körpermassen-Index“), welcher mit folgender Formel berechnet wird:

BMI = Körpergewicht (in Kilogramm) : Körpergröße² (in Meter)

Der BMI stellt somit das Körpergewicht einer Person in Relation zur Körpergröße dar. Er ermöglicht einen direkten Vergleich zwischen Personen sowie eine grobe Bewertung des Ernährungsstatus. Ein wichtiger Kritikpunkt ist, dass der BMI nichts über die Körperzusammensetzung aussagt. Ein Sportler beispielsweise mit einem BMI von 26 ist nicht als übergewichtig anzusehen, laut BMI Klassifikation fällt er jedoch in die Kategorie Präadipositas. Die Körperzusammensetzung muss auf andere Art bestimmt werden (s. dazu FAQ´s „Messung der Körperzusammensetzung“). Bei sehr großen oder kleinen Menschen kann der BMI ebenfalls nur begrenzt angewendet werden.


Wie berechne ich meinen BMI?

Berechnungsbeispiel: Eine Frau hat bei einer Körpergröße von 1.65m ein Körpergewicht von 60kg. Ihr BMI beträgt demnach 60:(1,65x1,65) = 22.

Laut Tabelle, die die von der WHO im Jahr 2000 festgelegten Werte enthält, befindet sich das Körpergewicht der Frau im Normalbereich.

Beispiel für einen BMI-Rechner für Erwachsene

Beispiel für einen BMI-Rechner für Kinder und Jugendliche
 
Klassifikation nach WHO 2000:

 

Klassifikation

 

BMI (kg/m2)
Untergewicht <18,5
Normalgewicht 18,5 - 24,9
Übergewicht > 25,0
  Präadipositas 25 - 29,9
  Adipostitas I 30 - 34,9
  Adipositas II 35 - 39,9
  Adipositas III ≥ 40

Tabelle 1: Klassifikation nach WHO 2000 (WHO. Obesity: preventing and managing the global epidemic. WHO Technical Report Series 894, Genf 2000)
 
Diese Werte gelten jedoch nicht für Kinder; für sie erfolgt die Einteilung des BMI mit Hilfe von Perzentilen nach Kromeyer-Hauschild.

Krankenversicherungen in den USA und Europa hatten festgestellt, dass Senioren mit einem etwas über der Norm leigenden Körpergewicht eine höhere Lebenserwartung aufweisen. Die folgende Tabelle gibt an, welcher BMI sich in Hinblick auf die Lebenserwartung als am günstigsten herausgestellt nat (National Research Council 1989). Die Werte wurden geschlechts- und altersspezifisch wie folgt festgelegt:

 

 
Altersgruppe, Jahre

 
Wünschenswerter BMI
 
 
Frauen
 
 
Männer
19-24 19,5 21,4
25-34 23,2 21,6
35-44 23,4 22,9
45-54 25,2 25,8
55-64 26,0 26,0
≥ 65 27,3 26,6

Im höheren Alter sollte die Klassifikation des BMI genauer betrachtet werden:

Bewertung des BMI im Alter > 65 Jahren laut ESPEN (European Society of Parenteral and Enteral Nutrition) [Volkert et al., 2006]

Klassifikation

BMI (kg/m²)
Schwere Mangelernährung < 18,5
Leichte Mangelernährung 18,5 - 19,99
Risiko für Mangelernährung 20 - 21,99
Normalgewicht 22 - 26,99
Präadipös 27-29,99
Adipositas ≥ 30

Volkert et al.; ESPEN (European Society for Parenteral and Enteral Nutrition). ESPEN Guidelines on Enteral Nutrition: Geriatrics. Clin Nutr. 2006;25(2):330-60.


Den Erhebungen des Österreichischen Ernährungsberichts 2012 zufolge sind 40 % der untersuchten Erwachsenen (52 % der Männer und 28 % der Frauen) anhand des BMI als übergewichtig bzw. adipös einzustufen, anhand des Körperfettanteils sind es allerdings nur rund 27 %. Dieses Ergebnis lässt sich dadurch erklären, da der BMI nicht zwischen stoffwechselaktiver Zellmasse und Fettmasse differenziert. Bei Betrachtung des Taillienumfangs bzw. der Waist/Hip-Ratio zeigen sich noch niedrigere Prävalenzen (17,7 % bzw. 12,2 %).

Ein BMI ab 30 (Adipositas) kann schwerwiegendende ernährungsassoziierte Krankheiten zur Folge haben. Übergewicht ist ein Risikofaktor für die Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen und ist beteiligt an der Entwicklung von Bluthochdruck, erhöhten Cholesterin- und Triglyceridwerten sowie an Diabetes mellitus und Hyperurikämie.
Nicht nur Masse und Fettanteil des menschlichen Körpers wirken sich auf die Gesundheit aus, sondern auch die Verteilung des Fettgewebes. Je nach Verteilungsmuster kann mittels Berec
hnung des Taille/Hüftverhältnisses zwischen „Apfel-“  und „Birnentyp“ unterschieden werden. Näheres dazu finden Sie in den FAQ´s unter „Waist to Hip Ratio".
 
Eine andere Herangehensweise an die Körpermessung ist die Messung der Körperzusammensetzung. Beispiele dafür sind die Körperfettwaage und die Hautfaltendickemessung. Mehr Information zur Zusammensetzung des menschlichen Körpers und zur Messung der Körperzusammensetzung finden sie in den FAQ´s unter "Methoden zur Bestimmung der Körperzusammensetzung".

 

© ÖGE


Quellen:
1.ELMADFA I, LEITZMANN C. Ernährung des Menschen, Stuttgart 2004, 4. Auflage, Eugen Ulmer Verlag.

2. WHO Obesity: preventing and managing the global epidemic. WHO Technical Report Series 894, Genf 2000.

3. DEUTSCHE ADIPOSITAS GESELLSCHAFT, DEUTSCHE DIABETES-GESELLSCHAFT, DEUTSCHE
GESELLSCHAFT FÜR ERNÄHRUNG E.V., DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR ERNÄHRUNGSMEDIZIN.
Evidenzbasierte Leitlinie: Prävention und Therapie der Adipositas.
http://www.adipositas-gesellschaft.de/fileadmin/PDF/Leitlinien/Adipositas-Leitlinie-2007.pdf


4. STATISTIK AUSTRIA, Gesundheitsbefragung 2006/07.
www.statistik.at/web_de/static/body-mass-index_bmi_200607_032164.pdf

 



 

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