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In unserem Bereich "Erkrankungen" finden Sie Antworten auf Fragen (FAQs), die sich im Ernährungsbereich häufig stellen. Alphabetisch gelistet finden Sie eine übersichtliche Darstellung einzelner Themen, unter "mehr Info" finden Sie den ausführlichen Beitrag* zu dem jeweiligen Thema.

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Atherosklerose (Arteriosklerose)

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Definition

Atherosklerose ist die wichtigste und häufigste pathologische Veränderung der Arterien mit Verhärtung, Verdickung und Elastizitätsverlust. Aufgrund der Plaquebildung in der Intima, der inneren Schicht der Blutgefäße kommt es zu einer Durchblutungsstörung. [7, 10]

Symptome und Folgen

Atherosklerose entwickelt sich in der Regel langsam und Symptome treten oft erst nach Jahrzehnten auf. Erst wenn der Gefäßdurchmesser durch Ablagerungen an der Gefäßinnenwand (Plaques) deutlich reduziert ist oder sich im Bereich der Plaques ein Blutgerinnsel bildet, treten Symptome der Atherosklerose auf. Es können Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Angina Pectoris, Herzinfarkt, ischämischer Schlaganfall, periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)) folgen. [1, 3]

Pathologie und Entstehung der Atherosklerose

An der Entstehung der Atherosklerose sind zahlreiche Prozesse beteiligt. Atherosklerose beginnt meist mit der Verletzung der Intima (innerste Schicht des Endothels der Blutgefäße) durch verschiedene Faktoren wie Bluthochdruck, Störungen des Lipidstoffwechsels oder durch Rauchen. Risikofaktoren (siehe unten) induzieren Entzündungsreaktionen, die auch an der Bildung, so wie der Progression der Atherosklerose beteiligt sind. Es entstehen atherosklerotische Plaques, die aus Fetten, Wasser, Makrophagen, Thrombozyten, glatten Muskelzellen, Bindegewebsgrundsubstanz und Calcium bestehen. Eine Rolle bei der Entstehung spielt auch die LDL-Oxidation. [1, 6]

Ursachen und Risikofaktoren [3, 5]

Körperliche Faktoren:

  • Genetische Veranlagung
  • Hyperglykämie
  • Hyperlipidämie
  • Arterielle Hypertonie
  • Übergewicht und Adipositas (vor allem viszerale Adipositas)
  • Alter (mit dem Alter nimmt das Atherosklerose-Risiko zu)
  • Geschlecht

Verhaltensbezogene Faktoren:

  • Rauchen
  • Fehlernährung
  • Bewegungsmangel
  • Übermäßiger Alkoholkonsum

Psychische Faktoren:

  • Chronischer Stress (Lebensstilfaktoren)
  • Negative Affekte
  • Persönlichkeitsfaktoren (verhaltensbezogene Faktoren)

Soziale Faktoren:

  • Qualität sozialer Beziehungen und Netzwerke
  • Belastungen am Arbeitsplatz
  • Bildung

Trimethylamine-N-Oxid (TMAO), das bei der Metabolisierung von L-Carnitin, Cholin und Betain entsteht, wird als neuer Risiko- und/oder Prognosefaktor bei atherosklerotischen Gefäßerkrankungen diskutiert. Mehr dazu hier. [8, 9]

Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12, die am Abbau von Homocystein beteiligt sind, verloren in den letzten Jahren in der Prävention der Atherosklerose auch immer mehr an Bedeutung. Eine Senkung des Homocysteinspiegels durch Folsäure und/oder Vitamin B12 erscheint nicht angezeigt und wenig sinnvoll. [6]

Risikosenkung/ Prävention [1, 6]

  • Normalisierung des Körpergewichts
  • Nichtrauchen
  • regelmäßige körperliche Aktivität/ Sport
  • Alkohol meiden
  • Vermeidung von anabolen Steroiden
  • Blutdrucksenkung bei Hypertonie
  • gesundheitsfördernde Ernährung (entsprechend der Österreichischen Ernährungspyramide): [2]
    • weniger gesättigte Fettsäuren und Transfettsäuren (Fleisch, tierische Fette)
    • weniger Zucker (< 50g/Tag)
    • vermehrt ungesättigte Fettsäuren mit einem speziellen Fokus auf n-3 Fettsäuren (z.B. fettreicher Fisch, Leinöl)
    • vermehrt Ballaststoffe (z.B. Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Obst, Gemüse)
    • ausreichend Obst und Gemüse (enthalten sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, welche einer LDL-Oxidation vorbeugen können)
    • vor allem das Ernährungsmuster, nicht nur einzelne Nahrungsbestandteile spielen eine Rolle
      • eine mediterrane Kost ist geeignet, im Idealfall eine Atherosklerose zu verhindern bzw. deren Verlauf zu verlangsamen

 

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Quellen:

[1] ELMADFA I, LEITZMANN C. Ernährung des Menschen. Verlag Eugen Ulmer Stuttgart. 5. Auflage 2015. Kapitel 9.4 Koronarerkrankungen S. 654 ff.

[2] BUNDESMINISTERIUM FÜR GESUNDHEIT UND FRAUEN. Österreichische Ernährungspyramide. Juli 2016. Internet: https://www.bmgf.gv.at/cms/home/attachments/7/3/0/CH1046/CMS1290513144661/folder_erpyr_web.pdf(Zugriff: 19.09.2018)

[3] BUNDESMINISTERIUM FÜR GESUNDHEIT. Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Österreich. Angina Pectoris, Myokardinfarkt, ischämischer Schlaganfall, periphere arterielle Verschlusskrankheit. Epidemiologie und Prävention. 2015. Internet:https://www.bmgf.gv.at/cms/home/attachments/8/7/1/CH1075/CMS1421311013881/hke_bericht_2015.pdf(Zugriff: 18.09.2018)

[4] DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR ARTERIOSKLEROSEFORSCHUNG e.V. Was ist Atherosklerose überhaupt? 2012. Internet: http://www.dgaf.de/fuer-patienten/(Zugriff: 18. 09. 2018)

[5] BIESALSKI HK, GRIMM P, NOWITZKI-GRIMM S. Taschenatlas Ernährung. Georg Thieme Verlag. Stuttgart, New York. 6. Auflage 2015. Kapitel 9 Wasserlösliche Vitamine S. 206.

[6] BIESALKSI HK, BISCHOFF SC, PIRLICH M, WEIMANN A. Ernährungsmedizin. Georg Thieme Verlag. Stuttgart, New York. 5. Auflage 2018. Kapitel 50 Herz- und Gefäßkrankheiten. S. 697 ff.

[7] ICD10DATA. Atherosclerosis I70. Internet: https://www.icd10data.com/ICD10CM/Codes/I00-I99/I70-I79/I70-(Zugriff: 19.09.2018)

[8] GRÄTZEL P. TMAO-Spiegel sagen Tod bei Gefäßpatienten voraus. 2016. Internet: https://www.kardiologie.org/herz-und-gefaesse/tmao-spiegel-sagen-tod-bei-gefaesspatienten-voraus/10983840(Zugriff: 19.09.2018)

[9] SENTHONG V, WANG Z, YIVING F, WU Y, HAZEN SL, WILSON TANG WH. Trimethylamine N-Oxide and Mortality Risk in Patients With Peripheral Artery Disease. J Am Heart Assoc. 2016 Oct; 5(10): e004237. doi: 10.1161/JAHA.116.004237. Internet: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5121520/(Zugriff: 19.09.2018)

[10] DE GRUYTER. Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. 267. Auflage, 2017.

 

Diabetes mellitus Typ 1

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Entstehung

Typ 1 Diabetes betrifft meist junge Menschen und kommt seltener vor als Typ 2 Diabetes. Bei seiner Entstehung sind Virusinfektionen beteiligt, welche bei entsprechender Veranlagung eine Autoimmunreaktion auslösen. Dabei zerstört das körpereigene Immunsystem die insulinproduzierenden Beta-Zellen im Pankreas. Diese Zerstörung führt nach und nach zu einem zunehmenden Insulinmangel. Sobald 80-90% der Beta-Zellen zerstört sind, manifestiert sich der Typ 1 Diabetes.

Symptome

Charakteristische Symptome des Typ 1 Diabetes ist eine ausgeprägte Gewichtsabnahme, ständiges Durstgefühl, vermehrtes Harnlassen, Müdigkeit oder aber auch Konzentrationsstörungen.

Insulinmangel

Fehlendes Insulin bewirkt, dass Glukose nicht mehr in die insulinabhängigen Gewebe und Zellen aufgenommen werden kann. Dies hat zur Folge, dass Glukose innerhalb der Zellen als Energielieferant fehlt und es zu einer Erhöhung im Blut führt. Der hohe Glukosegehalt im Blut kann durch die Niere nicht mehr ausreichend gefiltert werden, die sogenannte Nierenschwelle wird bei Blutzuckerwerten ab 160 mg/dl überschritten und die Glukose erscheint im Urin, was wiederum einen erhöhten Verlust von Wasser zur Folge hat. Da den Zellen und Organen die Glukose als Energielieferant fehlt, werden vermehrt Fette und Proteine abgebaut. Durch diesen verstärkten Abbau entstehen Ketonkörper, welche zu einer Übersäuerung, der sogenannten Azidose führen können.

Insulintherapie

Als lebensnotwendiger Hormonersatz wird bei Typ 1 Diabetikern die Insulintherapie angesehen. Als Therapieziel gelten vor allem die Prävention von verminderter Lebensqualität aufgrund der chronischen Erkrankung, das Verhindern von metabolischen Entgleisungen sowie die Prävention mikro- und makroangiopathischer Komplikationen.

Die Insulintherapie soll Diabetikern eine nahe-normoglykämische Ausgangssituation schaffen, ohne dass die Lebensqualität aufgrund vieler Einschränkungen im Tagesablauf gesenkt wird.

Als Surrogatparameter für die Therapieziele gelten das Blutzuckertagesprofil und der HbA1c Wert.

HbA1c-Zielwerte: < 6,5 %

Blutzuckerzielwerte: Zur entsprechenden Anpassung der Insulintherapie ist die Kontrolle der Glukosewerte durch den Diabetiker eine grundlegende Voraussetzung. Als Therapieziele bei Typ 1 Diabetes gelten im Rah­men der Selbstkontrollen Glukosewerte von 80 und 110 mg/dl nüchtern bzw. vor den Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen 110 bis 130 mg/dl. Die postprandialen Blutglukose-Werte (Bestimmung 2 h nach Einnahme einer Mahlzeit) sollten unter 140 mg/dl liegen.

(http://www.oedg.org/oedg_leitlinien.html)

Ernährung bei Diabetes mellitus Typ 1

Auch bei Diabetes mellitus steht eine ausgewogene, vollwertige Mischkost im Vordergrund und es gelten die allgemeinen Richtlinien einer gesunden Ernährung.

  • Bedarfsgerechte Energiezufuhr (mehrere kleinere Portionen)
  • Richtiges Nährstoffverhältnis (55% Kohlenhydrate, 30% Fett, 15% Eiweiß)
  • Gesamtfettaufnahme senken und auf die Fettqualität achten - mehrfach ungesättigte Fettsäuren bevorzugen, gesättigte Fettsäuren meiden
  • Kohlenhydrat-, mineral- und ballaststoffreiche Kost (Vollkornprodukte sind besonders geeignet)
  • Geringe Cholesterinzufuhr
  • Einschränkung des Alkoholkonsums (Männer: max. 0,5l Bier oder 0,25l Wein; Frauen: max. 0,25l Bier oder 1/8l Wein)

Kohlenhydratreiche Lebensmittel, die bevorzugt werden sollten:

  • Getreide und Getreideprodukte
  • Kartoffeln
  • Hülsenfrüchte, Mais
  • Milch und Milchprodukte (fettarm!)
  • Obst und Obstsäfte
  • Div. Gemüsesorten und Gemüsesäfte

Gemieden werden sollten:

  • Zucker und Zuckerwaren: Haushaltszucker, Schokolade, Bonbons, Marmelade, Honig,...
  • Zuckerhältige Milchprodukte: herkömmliches Fruchtjoghurt, Topfencremespeisen, Eis, ...
  • Backwaren: Mehlspeisen, Kekse, Krapfen, ...
  • Getränke: Limonaden, Fruchtsäfte, Liköre, ...
  • Dörrobst, gezuckertes Dosenobst, ...

Speziallebensmittel für Diabetiker sind überflüssig.

Broteinheiten

Bei Typ 1 Diabetes von großer Bedeutung ist die täglich aufgenommen Kohlenhydratmenge, da diese mit dem zuzuführenden Insulin abgestimmt werden muss. Als Hilfsmittel dienen hier die sogenannten Broteinheiten (BE).

Eine Broteinheit entspricht in etwa 10 – 12 g Kohlenhydrate. In speziellen Tabellen ist aufgeführt, wie viel Mengen eines Nahrungsmittels einer BE entsprechen. Wird die Menge der Broteinheiten falsch eingeschätzt, hat dies eine falsch berechnete Insulinmenge zur Folge und dadurch Auswirkungen auf die Blutzuckerwerte.

 

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Diabetes mellitus Typ 2

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Bei Diabetes mellitus Typ 2 handelt sich um eine chronische Stoffwechselerkrankung. Das blutzuckerregulierende Hormon Insulin ist entweder in zu geringen Mengen vorhanden oder dessen Wirkung ist gestört. Folglich kann Glukose (Traubenzucker) nicht mehr ausreichend bzw. gar nicht mehr als Energielieferant in z.B. Muskelzellen aufgenommen werden. Bei längerfristig schlecht eingestelltem Diabetes mellitus werden Schäden an Blutgefäßen und Nervensystem verursacht. Um dies zu verhindern ist der ständige Kontakt zum Arzt notwendig.

Die Krankheit wird durch einen erhöhten Blutzuckerwert im Rahmen einer Blutabnahme festgestellt. Ein Diabetes mellitus liegt vor, wenn wiederholt Blutglucosekonzentrationen im Vollblut nüchtern ≥ 126 mg/dl oder nach Glucosebelastung ≥ 200 mg/dl auftreten.

Weltweit hat sich indessen eine Diabetesepidemie ausgebreitet; in den österreichischen Krankenhäusern wurden 2001 rund 43.000 Frauen und Männer mit der Diagnose Diabetes mellitus behandelt. Tendenz steigend - besonders bei Kindern.

1999 wurde im Rahmen einer Erhebung durch die Statistik Austria festgestellt, dass in diesem Jahr rund 167.000 Menschen in Österreich an Diabetes mellitus (Typ 1 und 2) erkrankt sind, bis zum Jahre 2050 rechnet man mit mehr als 80.000 Neuerkrankungen. (Österreichischer Diabetesbericht 2004)

Ursachen/Hauptrisikofaktoren

  • Alter: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken.
  • Genetische Anlage: spielt eine Rolle; das genaue Ausmaß ist jedoch noch unklar.
  • Adipositas/Übergewicht
  • Metabolisches Syndrom
  • Lebensstilfaktoren
    • ERNÄHRUNG
    • Alkohol
    • Rauchen
    • Bewegungsmangel
  • Niedriges Geburtsgewicht

[Quelle: Österreichischer Diabetesbericht 2004]

Was müssen Diabetes mellitus Typ 2-Patienten bei der Ernährung beachten?

Grundsätzlich wird Diabetikern keine andere Ernährung als der gesunden Bevölkerung empfohlen. Wenn Familie und Freundeskreis sich ausgewogen ernähren, ist eine Unterscheidung im Ernährungsverahlten nicht notwendig.
Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung sind folgende Punkte zu beachten:

  • Bedarfsgerechte Energiezufuhr (mehrere kleinere Portionen)
  • Richtiges Nährstoffverhältnis (55% Kohlenhydrate, 30% Fett, 15% Eiweiß)
  • Gesamtfettaufnahme senken und auf die Fettqualität achten - mehrfach ungesättigte Fettsäuren bevorzugen, gesättigte Fettsäuren meiden
  • Kohlenhydrat-, mineral- und ballaststoffreiche Kost (Vollkornprodukte sind besonders geeignet)
  • Geringe Cholesterinzufuhr
  • Einschränkung des Alkoholkonsums (Männer: max. 0,5l Bier oder 0,25l Wein; Frauen: max. 0,25l Bier oder 1/8l Wein)

Kohlenhydratreiche Lebensmittel, die bevorzugt werden sollten:

  • Getreide und Getreideprodukte
  • Kartoffeln
  • Hülsenfrüchte, Mais
  • Milch und Milchprodukte (fettarm!)
  • Obst und Obstsäfte
  • Div. Gemüsesorten und Gemüsesäfte

Gemieden werden sollten:

  • Zucker und Zuckerwaren: Haushaltszucker, Schokolade, Bonbons, Marmelade, Honig, ...
  • Zuckerhältige Milchprodukte: herkömmliches Fruchtjoghurt, Topfencremespeisen, Eis, ...
  • Backwaren: Mehlspeisen, Kekse, Krapfen, ...
  • Getränke: Limonaden, Fruchtsäfte, Liköre, ...
  • Dörrobst, gezuckertes Dosenobst, ...

Speziallebensmittel für Diabetiker sind überflüssig.

 

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Hyperlipoproteinämien

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Hyperlipoproteinämien (Hyperlipidämien) sind Fettstoffwechselstörungen mit erhöhter Konzentration bestimmter Lipoproteine im Serum und eventuell auch einer Verschiebung der Lipoproteinanteile. Hyperlipoproteinämien stellen wichtige Risikofaktoren für die Entstehung von Atherosklerose und kardiovaskulären Erkrankungen dar. [9, 10]

Klinisch werden die Fettstoffwechselstörungen (laut Biesalski [10]) eingeteilt in

  • LDL-Hypercholesterinämie
  • Hypertriglyceridämie
  • Gemischte Hyperlipoproteinämie
  • HDL-Erniedrigung
  • Lipoprotein(a)-Erhöhung

Cholesterin und Fette - Funktionen im Körper

Cholesterin und Fette erfüllen in unserem Körper lebenswichtige Funktionen. Sie transportieren fettlösliche Vitamine, versorgen periphere Organe und sind Ausgangsstoffe für Hormone, Gallensalze und Vitamin D. Da Fett jedoch nicht wasserlöslich ist, sind sogenannte Lipoproteine notwendig, die das Fett im wässrigen Blut transportieren. Je nach Fettgehalt (Fettmenge, Fettart) und Größe dieser Transportproteine unterscheidet man verschiedene Untergruppen: Chylomikronen, VLDL, IDL, LDL, HDL und Lipoprotein (a). [6, 7]

Primäre und sekundäre Hyperlipoproteinämien

Bei Hyperlipoproteinämien werden grundsätzlich primäre und sekundäre Formen unterschieden. Primäre Hyperlipoproteinämien liegen in genetischen Defekten begründet. Meistens besteht jedoch eine Interaktion zwischen genetischen Defekten und äußeren Faktoren (z.B. Ernährung). Sekundäre Hyperlipoproteinämien können als Folgen verschiedener Krankheiten oder gewisser Lebensstilfaktoren entstehen (siehe Ursachen/Hauptrisikofaktoren). Im Gegensatz zu primären Hyperlipoproteinämien können sekundäre Hyperlipoproteinämien oft durch die erfolgreiche Behandlung der zugrunde liegenden Ursachen behoben werden. [7, 10]

Ursachen/ Hauptrisikofaktoren

  • genetische Veranlagung (primäre Hyperlipoproteinämie)
  • hyperkalorische Ernährung und daraus resultierendes Übergewicht/ Adipositas
  • hohe Aufnahme von gesättigten Fettsäuren und Trans-Fettsäuren
  • geringe Ballaststoffaufnahme
  • hoher Alkoholkonsum
  • körperliche Inaktivität
  • manche Medikamente (z.B. Diuretika, orale Kontrazeptiva, Anabolika)

Auch Erkrankungen, wie Diabetes Mellitus, Leber- und Nierenerkrankungen, Pankreatitis, Hypothyreose und Alkoholismus können Ursachen sein. Hier steht die Behandlung der Grunderkrankung durch einen Arzt im Vordergrund. [6, 10]

Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen

Als "klassische" kardiovaskuläre Risikofaktoren gelten laut Österreichischem Lipidkonsensus 2016  [2, 3]:

  • Alter (Männer: > 45 Jahre; Frauen: > 55 Jahre)
  • positive Familienanamnese für prämature KHK (männliche erstgradige Verwandte < 55 Jahre; weibliche erstgradige Verwandte < 65 Jahre)
  • Rauchen
  • Hypertonie (RR > 130/80 mmHg in einer 24-Stunden-Messung oder > 135/85 mmHg als Mittelwert der Selbstmessung oder antihypertensive Medikation)
  • HDL-C < 40 mg/dl (Männer); < 50 mg/dl (Frauen)

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Laut Statistik Austria zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Österreich zu den häufigsten Todesursachen. Hyperlipoproteinämien können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. [10, 11]

Lipoproteine

Da Fett nicht wasserlöslich ist, sind sogenannte Lipoproteine notwendig, die das Fett im wässrigem Blut transportieren. Je nach Fettgehalt (Fettmenge, Fettart) und Größe dieser Transportproteine unterscheidet man verschiedene Untergruppen: Chylomikronen, VLDL, IDL, Lipoprotein (a), sowie LDL und HDL, die die wichtigsten Lipoproteine sind. [1]

  • LDL Cholesterin: LDL wird umgangssprachlich oft als das „schlechte“ Cholesterin bezeichnet. LDL-Moleküle transportieren Cholesterin zu den Zellen. [3, 7] Ein erhöhter LDL-Blutcholesterinspiegel steigert das Risiko einer Atherosklerose bzw. einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. [6]
  • HDL Cholesterin: HDL wird häufig als „gutes Cholesterin“ bezeichnet. HDL-Moleküle befördern nicht mehr benötigtes Cholesterin aus der Gefäßwand zur Leber. Ein erniedrigter HDL-Cholesterinspiegel erhöht daher das Risiko einer koronaren Herzkrankheit. Der HDL-Cholesterinspiegel kann durch körperliche Bewegung positiv beeinflusst werden. [3, 6, 7]

Mehr zum Thema Cholesterin finden Sie hier.

Was sagen Ihre Blutwerte aus?

Der Anteil an LDL-Cholesterin hat als Risikofaktor von Atherosklerose eine viel größere Bedeutung als der Gesamtcholesterinwert. Prinzipiell gilt: Je niedriger der LDL-Wert und je höher der HDL-Wert, desto besser. Blutfettwerte müssen im Kontext des kardiovaskulären Gesamtrisikos beurteilt werden. Das kardiovaskuläre Risiko beschreibt die Wahrscheinlichkeit einer Person, in einem bestimmten Zeitraum ein tödliches oder nicht-tödliches kardiovaskuläres Ereignis (z.B. einen Herzinfarkt) zu erleiden. [2, 3]

Das kardiovaskuläre Risiko kann in vier Kategorien (gering, mäßig, hoch, sehr hoch) eingeteilt werden. Hierbei spielen Faktoren wie z.B. das Vorliegen einer Stoffwechselerkrankung wie Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2, chronischer Nierenerkrankungen oder einer koronaren Herzkrankheit eine Rolle. Risikoabschätzungssysteme wie SCORE dienen ebenfalls zur Abschätzung des kardiovaskulären Gesamtrisikos. [2, 5]

Mehr dazu finden Sie hier.

Risikokategorie

LDL

Non-HDL

LDL-Schwellenwert für

die Einleitung einer

medikamentösen

Therapie

Sehr Hoch < 70 mg/dl** < 100 mg/dl 70 mg/dl
Hoch < 100 mg/dl < 130 mg/dl 100 mg/dl
Mäßig < 130 mg/dl*** < 160 mg/dl 130 mg/dl
Gering < 160 mg/dl < 190 mg/dl 160 mg/dl

* CholNon-HDL= Cholgesamt – CholHDL

** und/oder Reduktion um ≥ 50 %, wenn der Zielwert nicht erreicht werden kann

*** Im Einzelfall, vor allem bei Personen mit ausgeprägtem metabolischem Syndrom, kann es sinnvoll sein, eine LDL-C-Absenkung auf < 115 mg/dl (Non-HDL-C < 145 mg/dl) anzustreben

Tabelle 1: Zielwerte für das LDL-Cholesterin und das Non-HDL-Cholesterin in Relation zur kardiovaskulären Risikokategorie.

Bislang wurden keine spezifischen Zielwerte für HDL-Cholesterin in klinischen Studien ermittelt. HDL-Cholesterinwerte von > 40 mg/dl bei Männern und > 48 mg/dl bei Frauen deuten auf ein erniedrigtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen hin. Sehr hohe HDL Cholesterinwerte (> 60 mg/dl) sind jedoch ungünstig, da sie mit einem höheren Risiko für  Herz-Kreislauf-Erkrankung assoziiert sind. [5]

Lebensstiländerungen und gesunde Ernährung zur Reduktion des kardiovaskulären Gesamtrisikos

  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht [10]
  • Gesamtfettaufnahme: max. 30% der Tageskalorien (Laut Österreichischem Ernährungsbericht 2017 werden 36,8% der Tageskalorien durch Fett gedeckt.) [1]
  • Fettqualität optimieren
    • weniger gesättigte Fettsäuren  und Trans-Fettsäuren
    • mehr einfach ungesättigte Fettsäuren (Olivenöl, Rapsöl)
    • mehr mehrfach ungesättigte Fettsäuren (vor allem Omega-3-Fettsäuren (fetter Fisch, Leinöl)) [4, 10]
  • gesunde Ernährung (entsprechend der österreichischen Ernährungspyramide) [8]
    • reichlich Obst, Gemüse, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Fisch und hochwertige pflanzliche Öle
    • ballaststoffreiche (> 30 g Ballaststoffe/ Tag), bevorzugt pflanzliche Mischkost
    • Lebensmittel mit leicht resorbierbaren Kohlenhydraten wie Zucker (z.B. in Softdrinks, Limonaden) nur in geringen Mengen verzehren (< 50g Zucker/ Tag)
    • Aufnahme von weniger als 5g Salz/Tag (weniger verarbeitete Nahrungsmittel und Fertiggerichte)
  • Verzicht auf Alkohol [10]
  • körperliche Aktivität und Sport (mehr dazu hier) [12]
  • Nichtrauchen und Passivrauchen vermeiden
  • Blutdrucksenkung auf < 140/90 mmHg [10]

 

Eine medikamentöse Therapie soll mit Lebensstiländerungen kombiniert werden

Eine medikamentöse Therapie (die meist mittels Statinen erfolgt) soll, außer bei sehr hohen Ausgangswerten und hohem Gesamtrisiko, erst begonnen werden, wenn die jeweiligen Zielwerte für Blutfette trotz konsequenter Ernährung nach 3-6 Monaten nicht erreicht werden. Die Therapieentscheidung soll auf den LDL-Cholesterinwerten basieren. [7]

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Quellen:

  1. ÖSTERREICHISCHER ERNÄHRUNGSBERICHT 2017. Kapitel Zufuhr von Energie und energieliefernden Nährstoffen. Internet: https://www.bmgf.gv.at/cms/home/attachments/9/5/0/CH1048/CMS1509620926290/erna_hrungsbericht2017_web_20171018.pdf (Abruf: 07.09.2018)
  2. TOPLAK H et al. Österreichischer Lipidkonsensus 2016. Management von Fettstoffwechselstörungen zur Prävention vaskulärer Komplikationen. Internet: https://www.aas.at/files/Pocket_Guide_Lipid_Konsensus_9_(2016).pdf (Abruf: 07.09.2018)
  3. TOPLAK H et al. Austrian Lipid Consensus on the management of metabolic lipid disorders to prevent vascular complication. Wien Klin Wochenschr 2016 [Suppl 2]: 128:S216–S228. Internet: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs00508-016-0993-x.pdf (Abruf: 07.09.2018)
  4. DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR ERNÄHRUNG e.V. (DGE) Positionspapier der ÖGE zur gesundheitlichen Bedeutung der Fettqualität in der Ernährung. 2. Version 2015. Internet: https://www.dge.de/uploads/media/Gesamt-DGE-Leitlinie-Fett-2015.pdf (Aufruf: 07.09.2018)
  5. EUROPEAN SOCIETY OF CARDIOLOGY (ESC) AND THE EUROPEAN ATHEROSCLEROSIS SOCIETY (EAS). ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias. European Heart Journal (2016)37, 2999–3058.https://www.escardio.org/Guidelines/Clinical-Practice-Guidelines/Dyslipidaemias-Management-of(Abruf: 10.9.2018)
  6. ELMADFA I, LEITZMANN C. Ernährung des Menschen. 5. Auflage 2015. Verlag Eugen Ulmer Stuttgart. Kapitel 3. 2 Fette: S 162ff. Kapitel 9.3 Hyperlipoproteinämien: S. 646 ff.
  7. BIESALSKI HK, GRIMM P, NOWITZKI-GRIMM S. Taschenatlas Ernährung. 6. Auflage 2015. Georg Thieme Verlag. Stuttgart, New York. Kapitel 6 Lipide: S 100 ff. Kapitel 18.8 Fettstoffwechselstörungen: S 382 ff.
  8. BUNDESMINISTERIUM FÜR GESUNDHEIT UND FRAUEN. Die österreichische Ernährungspyramide. 2016. Internet: https://www.bmgf.gv.at/cms/home/attachments/7/3/0/CH1046/CMS1290513144661/folder_erpyr_web.pdf(Abruf: 10.09.2018).
  9. GRUYTER DE. Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. 267. Auflage 2017. Gryter, Walter de GmBH. 
  10. BIESALSKI HK, BISCHOFF SC, MATTHIAS PIRLICH, WEIMANN A. Ernährungsmedizin. 5. Auflage 2018. Georg Thieme Verlag. Stuttgart, New York. Kapitel 49 Hyperlipoproteinämien. S. 671 ff.
  11. STATISTIK AUSTRIA. Todesursachen gesamt. Internet: http://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/gesundheit/todesursachen/todesursachen_im_ueberblick/index.html (Abruf: 11.09.2018)
  12. BUNDESMINISTERIUM FÜR GESUNDHEIT, GESUNDHEIT ÖSTERREICH GMBH UND GESCHÄFTSBEREICH FONDS GESUNDES ÖSTERREICH. Österreichische Empfehlungen für gesundheitswirksame Bewegung. Internet: https://www.bmgf.gv.at/cms/home/attachments/1/6/5/CH1357/CMS1405438552027/oe_empfehlung_gesundheitswirksamebewegung.pdf (Abruf: 11.09.2018)

Hypertonie (Bluthochdruck)

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Definition

Bei einer anhaltenden Erhöhung des systolischen Blutdrucks über 140mmHg und/oder des diastolischen Blutdrucks über 90mmHg wird von Hypertonie/Bluthochdruck gesprochen. [1] Hypertonie ist einer der größten Risikofaktoren für Morbidität und verfrühte Mortalität durch koronare Herzerkrankung, Schlaganfall oder Herzinfarkt. [2]

Unterschieden wird zwischen der primären (essentiellen) und der sekundären Hypertonie. [1]

  • 90% leiden an der primären Form
  • 10% leiden an der sekundären Form, verursacht durch eine andere Erkrankung (Endokrine Hypertonie, Nierenarterienstenose [4], hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft [5])

Risikofaktoren für die Entstehung einer essentiellen Hypertonie [1]

Lebensstilbedingten Risikofaktoren – Rolle der Ernährung

  • Hohe Kochsalzzufuhr
    Eine hohe Zufuhr von Kochsalz steht in direkter Verbindung mit einem erhöhten Blutdruck und der Entstehung von kardiovaskulären Erkrankungen.
    „Salzsensitive" Hypertoniker (ca. 50-60% aller Hypertoniker) reagieren auf eine verminderte Salzaufnahme mit einer starken Blutdruckverringerung. [4]
      Die WHO [11] empfiehlt eine maximale Kochsalzzufuhr von 5 g / Tag, die DGE [10] empfiehlt max. 6 g / Tag. Beide Mengen entsprechen ungefähr einem Teelöffel.
  • Hoher Alkoholkonsum (Blutdrucksteigerung schon ab 1-2 Drinks / Tag) [8]
  • Übergewicht (erhöhtes Risiko ab BMI 27-28 kg/m²) [8]
  • Eine kalium-, kalzium- und magnesiumarme Ernährung scheint sich negativ auf die Hypertonie auszuwirken [2]
  • Fettreiche Kost und eine schlechte Fettqualität wirken sich nicht direkt auf den Blutdruck aus, durch die entstehende Atherosklerose und der damit einhergehenden Verengung der Gefäße kommt es jedoch zu einem Blutdruckanstieg. [8]

 

Prävention und (unterstützende) Therapie der Hypertonie

  • Einschränkung der Salzzufuhr auf < 5 g pro Tag (Reduktion von Fertigprodukten, Fleisch- und Wurstwaren, Käse, Saucen, Fertigsuppen, Brot und Gebäck) [1,6]
  • Gewichtsnormalisierung (BMI < 25 kg/m²) oder Gewichtssenkung um 5-10 % [5]
  • Ballaststoffreiche und mineralstoffreiche (Magnesium, Kalium, Calcium) Kost mit viel Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen [2,4]
  • Einschränkung des Alkohol- und Nikotinkonsums [4,8]
  • Regelmäßige körperliche Aktivität [4]
  • Einschränkung und Modifikation der Fettzufuhr [1]
  • Effektive Lebensstilmaßnahmen können bei Grad 1 Hypertonie die Notwendigkeit einer medikamentösen Therapie hinauszögern oder sogar übrigen.
    Im Falle einer medikamentösen Therapie kann die Effizienz durch begleitende Lebensstilinterventionen verstärkt werden. [5]

Eine Optimierung von mehreren dieser Faktoren hat einen stärkeren blutdrucksenkenden Effekt als Einzelmaßnahmen.

 

 

© ÖGE (2021)

 

Quellen

[1] JOURNAL OF HYPERTENSION. Guidelines for the management of arterial hypertension of the European Society of Cardiology and the European Society of Hypertension 2018; 36:1953–2041 Internet: https://www.hochdruckliga.at/media/Downloads/2018_ESC_ESH_Guidelines_for_the_management_of.2.pdf (Zugriff: 24.03.2021)

[2] IQBAL S., KLAMMER N., EKMEKCIOGLU C. The Effect of Electrolytes on Blood Pressure: A Brief Summary of Meta-Analyses; Nutrients. 2019 Jun; 11(6): 1362. Internet: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6627949/#__ffn_sectitle (Zugriff: 14.04.2021)

[3] THE CENTRAL EUROPEAN JOURNAL OF MEDICINE. Österreichischer Blutdruckkonsens. Wien Klin Wochenschr; 2019 131 [Suppl 6]:S489–S590 Internet: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/s00508-019-01565-0.pdf (Zugriff: 23.03.2021)

[4] DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KARDIOLOGIE – Herz – und Kreislaufforschung e.v. ESC/ESH Pocket Guidelines – Management der Hypertonie; Version 2018 Internet: https://leitlinien.dgk.org/files/28_2018_pocket_leitlinien_arterielle_hypertonie.pdf (Zugriff:24.03.2021)

[5] DGGG, OEGGG, SGGG. S2k-Leitlinie: Hypertensive Schwangerschaftserkrankunngen: Diagnostik und Therapie; Version 1.1, 2019; Internet: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/015-018l_S2k_Diagnostik_Therapie_hypertensiver_Schwangerschaftserkrankungen_2019-07.pdf (Zugriff: 24.03.2021)

[6] RUST P., EKMEKCIOGLU C. (2017) Impact of Salt Intake on the Pathogenesis and Treatment of Hypertension. Adv Exp Med Biol. 2017;956:61-84. Internet: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27757935/ (Zugriff: 14.04.2021)

[7] DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR ERNÄHRUNGSMEDIZIN. Leitfaden Ernährungstherapie in Klinik und Praxis (LEKuP) 2019; 392-394; Internet: https://www.dgem.de/lekup Zugriff: 12.04.2021

[8] BIESALKSI et al. Ernährungsmedizin. Nach dem Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztkammer 2018. Kapitel 61.5.7, Kapitel 46.4.3, Kapitel 46.4.3

[9] RADERMACHER J. Hypertonie. Gefäßchirurgie 2020; 25: 166–171; Internet: https://link.springer.com/article/10.1007/s00772-020-00637-0 (Zugriff: 14.04.2021)

[10] DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR ERNÄHRUNG. Ausgewählte Fragen zu Speisesalz. Internet: https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/faqs/salz/#c2623 (Zugriff: 24.03.2021)

[11] WORLD HEALTH ORGANIZATION (WHO). Fact Sheets, Salt reduction. 2020; Internet: https://www.who.int/en/news-room/fact-sheets/detail/salt-reduction (Zugriff: 24.03.2021)

 

 

Metabolisches Syndrom

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Was ist das Metabolische Syndrom?

Ein Metabolisches Syndrom liegt vor, wenn drei der folgenden Diagnosen erfüllt sind:

  • Viszerale (bauchbetonte) Adipositas
  • Erhöhte Triglyzeridwerte
  • Erniedrigtes HDL-Cholesterin
  • Erhöhter Blutdruck
  • Erhöhter Nüchternblutzucker

Genauere Informationen zu den Risikofaktoren finden Sie auf der Website der American Heart Association.

Auch Kinder & Jugendliche sind in steigender Anzahl vom metabolischen Syndrom betroffen.

 

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Prävention von ernährungsmitbedingten Krankheiten

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Durch sinnvolle Präventionsmaßnahmen können Lebens- und Gesundheitserwartung effektiv gesteigert werden. Die wissenschaftlich fundierten Ernährungsempfehlungen der ÖGE spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Hier erfahren Sie mehr über die Vorbeugung der wichtigsten ernährungsmitbedingten Krankheiten.

Zu den ernährungsassozierten Erkrankungen zählen

Daten & Fakten zu ernährungsmitbedingten Krankheiten

  • 37% der ÖsterreicherInnen sind übergewichtig und 9,1% adipös - im Osten mehr als im Westen (Erster Adipositasbericht 2006).
  • 45% der Männer und 57% der Frauen verstarben 2001 in Folge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Mortalitätsstatistik für Österreich, 2001, Statistik Austria).
  • Die WHO gab für das Jahr 2000 eine Schätzung von 130.000 Diabetikern ab. 2001 wurden rund 43.000 Frauen und Männer mit der Diagnose Diabetes mellitus in österreichischen Krankenhäusern behandelt. Im Jahr 2001 wurden in Österreich 1.460 Fälle mit Diabetes mellitus als Todesursache registriert (Österreichischer Diabetes Bericht 2004).

 

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Sport als Typ 1 Diabetiker

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Bewegung und Sport ist auch im Leben eines Typ 1 Diabetikers wichtiger Bestandteil der Freizeit und ein bedeutender Teil der Therapie. Regelmäßige Bewegung beeinflusst den Stoffwechsel positiv und schützt vor Folgeerkrankungen. 

Dass Sport auch bei Diabetes mellitus Typ 1 gut möglich ist, beweisen zahlreiche Typ 1 Diabetiker im Leistungs- und Spitzensport.

Grundsätzlich sind für Diabetiker vor allem diejenigen Sportarten geeignet, die das Herz-Kreislauf-System und die Atmung besonders trainieren. Hierzu gehören an erster Stelle Ausdauersportarten wie Laufen, Walking, Radfahren, Schwimmen, Gymnastik, Bergwandern Skilanglauf oder Rudern. Die meisten positiven Effekte des Ausdauertrainings betreffen eine Verbesserung des Kohlenhydratstoffwechsels, Abnahme der Insulinresistenz und Verbesserung im Fettstoffwechsel. Von starken körperlichen Belastungen, vor allem im untrainierten Zustand, bei denen eine Unterzuckerung zu lebensgefährlichen Zuständen führen kann, ist jedoch abzuraten. Dies sind vor allem Sportarten, welche man alleine betreibt, da einem bei einer plötzlich auftretenden Hypoglykämie keiner zu Hilfe kommen kann. Beispiele dafür wären Tiefseetauchen, Bergsteigen, Schwimmen, Kanu fahren oder Rudern ohne Begleitung. Wenn begonnen wird, regelmäßig Sport zu treiben, ist ein Gespräch mit dem behandelnden praktischen Arzt von großer Bedeutung, da der Körper neuen und ungewohnten Belastungen ausgesetzt wird. Die damit verbundenen Blutzuckerveränderungen müssen in der Anfangszeit genau überprüft werden. Voraussetzung für Freizeit- als auch Leistungssport ist ein gut eingestellter Diabetes, bei starken Blutzuckerschwankungen ist davon dringend abzuraten.

Auswirkungen körperlicher Aktivität

Bei Diabetikern führt regelmäßige Bewegung dazu, dass Glukose leichter vom Blut in die Körperzellen aufgenommen wird, was ein Absinken des Insulinbedarfes zur Folge hat. Da die Muskulatur belastet wird, erhöht sich die Insulinempfindlichkeit, daher sollte die Dosis vorher reduziert oder aber genug Kohlenhydrate aufgenommen werden, um eine mögliche Hypoglykämie zu verhindern. Unbedingt zu beachten ist, dass die Insulinempfindlichkeit 24 Stunden vorherrscht, weshalb es sehr wichtig ist, auch nach dem Sport den Blutzucker regelmäßig zu messen und die Dosis dem jeweiligen Ergebnis anzupassen.


Tipp: Beobachten Sie sich vor, während und nach dem Sport so genau, dass Sie bedeutsame Veränderungen Ihres Blutzuckerwertes nicht übersehen. Nach einer beobachtungsintensiven Anfangszeit werden Sie sicherer werden. Wenn Sie Erfahrung gesammelt und ein Gefühl dafür entwickelt haben, wie Sie zum Sporttreiben die Insulin- und Kohlenhydratzufuhr anpassen müssen, wird Sie der Diabetes nicht mehr daran hindern, unbeschwert Freude am Sport zu haben.

Durch die individuell unterschiedlichen Reaktionen des Blutzucker-Spiegels auf unterschiedliche körperliche Belastungen bei jedem Einzelnen ist durch eine genaue Dokumentation ein Lernen und Verbessern der Blutzucker-Werte möglich. Während, aber auch nach lang anhaltender sportlicher Betätigung sollten regelmäßig Messungen des Blutzuckerspiegels durchgeführt werden. Als häufigste Komplikation tritt die Hypoglykämie, die während aber auch mehrere Stunden nach der körperlichen Belastung erscheinen kann, auf.

Hypoglykämie:

Ursache einer Hypoglykämie ist immer ein Missverhältnis zwischen Insulin, Ernährung und Bewegung. Gründe dafür könnten eine zu starke Insulinwirkung, zu wenig aufgenommene Kohlenhydrate oder aber eine zu intensive Belastung sein. Eine Unterzuckerung kann sich in Form von Heißhunger, Unruhe, Zittern, Schweißausbrüchen, Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit bis hin zu Krampfanfällen äußern. Für jeden Diabetiker ist es wichtig, dass er seine eigenen Unterzucker-Symptome kennt, um sofort darauf reagieren zu können.  Im Zweifelsfall zeigt ein Blutzuckertest an, ob der Blutzucker tatsächlich zu stark abgefallen ist. Bei einer leichten Hypoglykämie helfen 1 – 2 Stück Traubenzucker (ca. 10-20 g Glukose) oder ein Glas Fruchtsaft. Bei schwereren Unterzuckerungen oder hypoglykämischen Schocks ist sofort der Notarzt zu rufen.

Hyperglykämie:

Die Hyperglykämie stellt eine weitere Komplikation dar. Ursache eines zu hohen Blutzuckerspiegels ist in erster Linie ein Mangel an Insulin. Eine Hyperglykämie macht sich meist durch Müdigkeit, Kraftlosigkeit, vermehrten Durst, vermehrtes Wasserlassen oder einen trockenen Mund bemerkbar und kann, sofern keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden, zu einem ketoazidotischen Koma führen. Zur Behandlung muss eine Blutzuckerbestimmung durchgeführt und anschließend eine zusätzliche Dosis zur Korrektur des Insulins verabreicht werden.

Faustregeln für sporttreibende Typ 1 Diabetiker:

  • Blutzucker < 100 mg/dl: mindestens eine Zusatz-BE vor Sportbeginn
  • Blutzucker zwischen 100-250 mg/dl: die Sportfähigkeit kann als gegeben angesehen werden
  • Blutzucker > 250 mg/dl: Ketonbestimmung im Harn: Ist Harnketon positiv, sollte die sportliche Aktivität verschoben, sowie zunächst Insulin verabreicht werden. Bei Blutzuckerwerten über 250 mg/dl kommt es beim Training zu einer weiteren Zunahme des Blutzuckerspiegels und somit auch zu einem Anstieg der Ketonkörper im Blut, was die Gefahr eines Ketoazidotischen Komas (diabetische Stoffwechselentgleisung) zur Folge hat.

Um den Körper vor dem Training nicht unnötig zu belasten, sollte auf fettreiche Mahlzeiten und große Portionen verzichtet werden. Für Sportler ist es empfehlenswert, eine der körperlichen Aktivität angepasste, leicht verdauliche Kost zu sich zu nehmen. Die großen Hauptmahlzeiten sollten mindestens 3 Stunden zurückliegen.

Ist eine sportliche Aktivität von hoher Intensität bzw. langer Dauer (über 60 Minuten) geplant, sollten folgende zusätzliche Broteinheiten eingenommen werden.

  • Blutzucker um die 80 mg/dl. Zusätzlich 3 – 4 BE
  • Blutzucker zwischen 80 – 150 mg/dl: zusätzlich 2 BE

Wird eine sportliche Aktivität für einen längeren Zeitraum geplant, ist ebenfalls eine Reduktion der Insulintherapie zwischen 30%-60% zu empfehlen (sowohl Basal- als auch Bolusinsulin).

(http://www.cauza.at/cauza.pdf/Patienten.pdf)

Allgemeine Bewegungsempfehlungen:

Alltagsbewegungen: täglich mindestens 30 Minuten

Beispiele: Stiegen statt Lift, Fahrrad statt Auto, Spaziergang, Gartenarbeit,…

Ausdauer: 3 – 5 x pro Woche mindestens 20 Minuten

            Beispiele: Nordic walking, Laufen, Fahrrad fahren, Tanzen, Fußball spielen,…

Kraft: 2 – 3 x pro Woche mindestens 10 Minuten

            Beispiele: Klettern, Schwimmen, Gymnastik, Yoga, Krafttraining mit Gewicht,...

Fazit

Trotz aller Gefahren, die bei Diabetes und Sport auftreten können, ist sportliche Aktivität für Diabetiker empfehlnswert, da es sich positiv auf das Herzkreislaufsystem und Blutdruck auswirkt und die Lebensqualität verbessert.

 

© ÖGE

 

Literaturtipps:

„Diabetes- und Sportfibel“ Mit Diabetes weiter laufen, Ulrike Thurm & Bernhard Gehr, 3. Auflage, 2009, Verlag Kirchheim, Mainz

„Diabetes und Sport“, Robert Behrmann & Jürgen Weineck, 2. Auflage, 2001, Verlag Spitta,

„Gut leben mit Typ-1-Diabetes“, Renate Jäckle, Axel Hirsch, Manfred Dreyer, 6. Auflage, 2007, Urban & Fischer Verlag, München

„Sieben Welten“, Geri Winkler, 2011, Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien

„Aufbruch in die Grenzenlosigkeit“, Geri Winkler, 2000, Verlag Winkler Gerhard

http://www.aktive-diabetiker.at

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