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Diätetik

Hypertonie (Bluthochdruck)

Bei einer anhaltenden Erhöhung des systolischen Blutdrucks über 140mmHg und/oder des diastolischen Blutdrucks über 90mmHg wird von Hypertonie/Bluthochdruck gesprochen. Hypertonie ist ein Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Je mehr Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen bestehen, desto eher wird die Entstehung von Schlaganfall, Herzinfarkt, etc. begünstigt.
Zusätzliche Risikofaktoren können sein:

Unterschieden wird zwischen der primären (essentiellen) und der sekundären Hypertonie.

  • 90% leiden an der primären Form, wobei hier die Ursachen nicht eindeutig erforscht sind.
  • 10% leiden an der sekundären Form, der eine Erkrankung oder eine Schwangerschaft zu Grunde liegen.

Ursachen/Hauptrisikofaktoren

  • Genetische Veranlagung
  • Störungen der Nierenfunktion, des Nervensystems bzw. der Hormonausschüttung

Exogene, blutdruckwirksame Faktoren:

  • Ernährung
    • hohe Kochsalzzufuhr (die Auswirkungen auf den Blutdruck sind individuell unterschiedlich, was mit der genetischen Anlage in Verbindung gebracht wird. Während sich der Blutdruck „salzresistenter" Personen bei einer veränderten Salzzufuhr kaum ändert, reagieren „salzsensitive" Personen sehr stark mit einer Blutdruckverringerung auf eine verminderte Salzaufnahme.) 
      Laut aktuellem Österreichischen Ernährungsbericht 2012 nehmen Frauen durchschnittlich 7,6 g Kochsalz und Männer durchschnittlich 8,7 g Kochsalz täglich zu sich. Die empfohlene Menge von 5 g Kochsalz täglich (laut WHO 2003) wird dadurch deutlich überschritten.
      Es konnte gezeigt werden, dass in Ländern mit einer täglichen Kochsalzaufnahme unter 3 g die Hypertonie eine seltene Erkrankung ist. Zudem ist in diesen Gebieten auch kein Altersanstieg des Blutdrucks zu beobachten, wie es zum Beispiel in Industrieländern zu sehen ist
    • hoher Alkoholkonsum  
    • ein Mangel an Kalium, Kalzium und Magnesium scheint sich negativ auf einen hohen Blutdruck auszuwirken  
    • Übergewicht
    • Fettreiche Kost, schlechte Fettqualität (wirkt nicht direkt auf den Blutdruck, sondern durch die entstehende Artherosklerose kommt es zu einem Blutdruckanstieg. 
  • Bewegungsmangel
  • Psychische Aspekte (Stress usw.)

Wie kann im Zuge der Ernährung und der Lebensstilmodifikation Besserung erzielt werden?

Hypertonie kann verbessert werden durch:

  • Abbau von Übergewicht
  • Verminderte Salzaufnahme - besonders bei „salzsensitiven" Personen (Achtung: hoher Salzgehalt in industriell hergestellte Lebensmittel wie zum Beispiel: Fertigprodukte, Fleisch- und Wurstwaren, Käse, Saucen, Fertigsuppen, Brot und Gebäck)
  • Ballaststoffreiche und mineralstoffreiche Kost mit viel Obst und Gemüse
  • Einschränkung der Fettzufuhr (auf die Fettqualität achten!)
  • weniger Alkoholkonsum
  • regelmäßige körperliche Aktivität
  • Bei leichter Hypertonie kann und soll (!) eine mehrmonatige Ernährungstherapie versucht werden, bevor mit dem Einsatz eines blutdrucksenkenden Medikaments begonnen wird.
    Bei schweren Hypertonien ist eine Medikamenteneinnahme unbedingt erforderlich, aber eine ergänzende Diättherapie kann diese in Absprache mit dem Arzt eventuell verringern!
     

© ÖGE (2013)

 

Quellen:

  1. Deutsche Hochdruckliga e. V. DHL, Deutsche Hypertonie Gesellschaft (2008). Leitlinien zur Behandlung der arteriellen Hypertonie.
  2. Dorner E. T., Genser D, Krejs G, Ekmekcioglu C. (2001). Positionspapier der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung zu Hypertonie und Ernährung. Ernährung aktuell, 3/2011.
  3. Elmadfa I., et al. (2012). Österreichischer Ernährungsbericht 2012.
  4. Knorpp L., Kroke A. (2010). Salzreduktion als bevölkerungsbezogene Präventionsmaßnahme. Ernährungs Umschau, 6/2010.
  5. Österreichische Gesellschaft für Hypertensiologie (2007). Klassifikation, Diagnostik und Therapie der Hypertonie 2007 – Empfehlungen der Österreichischen Gesellschaft für Hypertensiologi. Journal für Hypertonie, 1/2007.
  6. Suter P. M. (2008). Checkliste Ernährung. 3. Auflage 2008. Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart. ISBN: 9783131182630

 

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