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A - Z der Allergien/Unverträglichkeiten

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In unserem Bereich "Allergien/Unverträglichkeiten" finden Sie Antworten auf Fragen (FAQs), die sich im Ernährungsbereich häufig stellen. Alphabetisch gelistet finden Sie eine übersichtliche Darstellung der einzelnen Themen, unter "mehr Info" finden Sie den ausführlichen Beitrag* zu dem jeweiligen Thema.

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Allgemeines - Allergien/Unverträglichkeiten

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Eiallergie

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In erster Linie zählt hierzu die Hühnereiallergie, aber es können auch Eier anderer Tiere nicht vertragen werden. Es sind 5 Hühnereiallergene bekannt, wobei meistens auf das Eiklar reagiert wird. Bei der Eiallergie unterscheidet man eine Allergie gegen hitzelabile oder hitzstabile Allergene. Einige Betroffene vertragen also hart gekochte und gebratene Eier trotz Eiallergie gut. Auch die Portionsgröße spielt hierbei eine Rolle.

 

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Fischallergie

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Bei dieser werden Fische und Fischerzeugnisse nicht vertragen. Fischeiweiß zählt neben Milch und Ei zu den wichtigsten allergie-auslösenden Nahrungsmitteln. Die im Fisch enthaltenen Allergene (Eiweißbestandteile) sind sehr hitzestabil und können daher auch durchs Garen nicht inaktiviert werden.

 

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Fruktosemalabsorption

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Definition

 

Es werden zwei Formen der Fruktoseunverträglichkeit unterschieden:

1. Die hereditäre Fruktoseintoleranz ist eine angeborene Stoffwechselstörung. Diese beruht auf einem Enzymdefekt, durch den es in der Folge zu Unterzuckerungen, Leberschäden und Nierenschäden kommen kann. Diese hereditäre Fruktoseintoleranz sollte vor einem Fruktosemalabsorptionstest ausgeschlossen werden, da dieser Test sonst lebensbedrohlich sein kann. Sie wird jedoch ohnehin meist bereits sehr früh diagnostiziert

2. Die Fruktosemalabsorption basiert auf einer gestörten Resorption von Fruchtzucker im Dünndarm.

Prävalenz

Fruchtzucker wird von ca. einem Drittel der westeuropäischen Bevölkerung nicht vollständig resorbiert, jedoch nur bei der Hälfte der Betroffenen treten auch Verdauungsbeschwerden auf. Bei mehr als 25% der Betroffenen liegt gleichzeitig eine Laktoseintoleranz vor.

Krankheitsursachen und Symptome

Die Ursache für die Fructosemalabsorption liegt in einer Störung des Transportsystems GLUT-5, das beim gesunden Menschen für die Aufnahme (Absorption) von Fruktose aus dem Dünndarm sorgt. Bei einer Störung der Absorption gelangt der mit der Nahrung zugeführte Fruchtzucker daher in tiefere Darmabschnitte, wo er von Bakterien abgebaut wird. Dabei entstehen große Mengen an Wasserstoff, Kohlendioxid und kurzkettige Fettsäuren.

Dadurch leiden die Betroffenen an Symptomen wie

  • Blähungen (v. a. durch das Kohlendioxid),
  • Bauchschmerzen und -krämpfe, besonders im rechten oder linken Unterbauch,
  • Übelkeit,
  • plötzlich einsetzender Stuhldrang, weiche Stühle oder Durchfälle (v. a. durch kurzkettige Fettsäuren; manchmal mit Schleim-, nie mit Blutauflagerungen),
  • zeitweise kann auch Verstopfung auftreten,
  • auf Distanz hörbare Darmgeräusche,
  • depressive Verstimmung bedingt durch verminderte Serotoninbildung aufgrund einer gestörten Tryptophanresorption (Serotin = Botenstoff im Gehirn, für die Stimmung verantwortlich),
  • Folsäuremangel oder
  • Immunschwäche bedingt durch einen Zinkmangel.

Diagnose

Eine Fruktosemalabsorption wird durch einen H2-Atemtest diagnostiziert. Es wird also der Wasserstoff in der Ausatemluft gemessen, der im Dickdarm gebildet wird. Für die Testdurchführung werden 25g Fruchtzucker benötigt. Steigt die Konzentration von H2 auf mehr als 20 ppm über den Ausgangswert an, liegt eine Fruktosemalabsorption vor. Es kann bei der Fruktosemalabsorption ein Test auf eine genetisch bedingte Erkrankung durchgeführt werden.

Therapie

Eine fruktosearme Diät sowie das Streichen von Sorbit vom Speiseplan führen rasch zu Beschwerdefreiheit der Betroffenen. Sorbit, E420 - ein Zuckeraustauschstoff, der vor allem in Diabetikerprodukten und zuckerfreien Kaugummis Anwendung findet, blockiert den Fruktosetransporter GLUT 5 noch zusätzlich und führt daher zu einer Verstärkung der Symptomatik. In Bier und manchen Obstsorten kommt Sorbit natürlich vor.

Vor allem Obstsorten mit hohem Fruktosegehalt wie Äpfel, Birnen, Weintrauben und Zwetschken sind zu meiden. Aber auch Steinobst wie Marille und Pfirsich sollten auf Grund ihres hohen Sorbitanteils nicht verzehrt werden. Fruktose (= Fruchtzucker), ein Monosaccharid, ist in vielen Lebensmitteln enthalten und kommt beispielsweise zusammen mit Traubenzucker (= Glukose) im Haushaltszucker (= Saccharose) vor. Daher wäre es ratsam, auch auf Süßwaren zu verzichten. Glukose (Traubenzucker) und Galaktose (Bestandteil des Milchzuckers) fördern die Fruktoseaufnahme im Dünndarm und dürfen daher auf dem Speiseplan nicht fehlen (Dextroenergen und Milchprodukte). Auch das Fruktose/Glukose Verhältnis im Lebensmittel (Fruktose: Glukose = 1) ist für eine gute Verträglichkeit von Bedeutung.

Ein weiteres Ziel der Ernährungstherapie ist die Verringerung des Risikos einer Vitaminunterversorgung (v. a. mit Zink und Folsäure).

Vorsicht vor verstecktem Fruchtzucker!

Fruktose ist außerdem Bestandteil von Honig und Maissirup. Zu beachten ist, dass vor allem diätetische Lebensmittel in der Diabetikerernährung mit Fruktose gesüßt sind und auch, dass in vielen „zuckerfreien" Produkten (Kaugummi!) Fruktose enthalten ist.

Weiters ist Inulin zu 95% aus Fruchtzucker aufgebaut. Es wird wegen seiner Eigenschaften vor allem Broten, Backwaren, Milcherzeugnissen, Brotaufstrichen oder auch Getränken zugesetzt.

Im übrigen kann die individuelle Verträglichkeit von einzelnen Lebensmitteln je nach Tageszeit, Kombination, Menge und Zubereitungsform variieren. Es ist daher anzuraten, Lebensmittel in verschiedenen Kombinationen und Mengen auszutesten, um die individuelle Toleranzschwelle zu finden. Aber auch regelmäßige Bewegung wirkt sich positiv auf die Darmmotorik aus

Drei Phasen der Ernährungstherapie bei Fruktosemalabsorption

1. Karenzphase
Die Karenzphase kann zwei bis vier Wochen dauern. Dabei wird die Kost streng fruktosearm und sorbitfrei gehalten. So klingen die Beschwerden ab und die Darmflora kann sich regenerieren. In dieser Zeit sollten auch schwer verdauliche Gemüsesorten und sämtliche Zuckeraustauschstoffe (wie Maltit, Xylit, Mannit, Isomalt) gemieden werden. Bleiben die Symptome trotz fructosearmer Diät erhalten, sollte eine weitere Abklärung der Symptome erfolgen.

2. Aufbau- bzw. Testphase
Nach dem Abklingen der Symptome werden fruchtzuckerarmen Lebensmittel mengenmäßig gesteigert. Dabei werden auch Speisen mit mittlerem Fruchtzuckergehalt in die Kost aufgenommen und je nach Verträglichkeit und Wiederauftreten der Beschwerden geht dieser Aufbau mehr oder weniger zügig voran. In dieser Phase wird versucht, die individuelle Toleranzgrenze für die Dauertherapie heraus zu finden. Zu beachten ist, dass die Verträglichkeit auch individuellen Schwankungen unterliegt. Ebenso können Stress oder der Menstruationszyklus bei der Fruchtzuckerverträglichkeit eine Rolle spiele.

3. Dauertherapie

Ziel der Dauertherapie ist es nur jene Menge an Fruchtzucker zu essen, die problemlos vertragen wird. Diverse Schwankungen sollten in der Dauertherapie berücksichtigt werden. Treten die ursprünglichen Symptome wieder auf, sollte kurzfristig auf die Lebensmittelauswahl der Karenzphase zurückgegriffen werden. Diese können dann nach und nach wieder gelockert werden, wenn die Symptome abklingen. Es wird keine dauerhafte Fruktosereduktion empfohlen, denn eine komplette Entlastung des Darmes führte oft zu einer noch ausgeprägteren Empfindlichkeit gegenüber Fruktose. Auf Dauer sollte lediglich auf folgende Lebensmittel verzichtet werden:
  • Fruchtsäfte
  • Trockenfrüchte
  • mit Fruchtzucker oder Sorbit gesüßte Diabetiker- oder Diätlebensmittel
  • zuckerfreie Kaugummis bzw. sorbithaltige Zuckerln

Meist verträgliche/unverträgliche Lebensmittel

Gruppe

meist verträglich

eher weniger verträglich

Obst

Bananen, Ananas, Kiwi, Rhabarber, Zuckermelone, Mandarinen, Beerenobst, Papaya, Marmeladen mit Traubenzucker, Zitronensaft in kleinen Mengen

Steinobst wie Zwetschken etc., Kernobst wie Äpfel oder Birnen, Dörrobst, Kompotte und Marmeladen mit Haushaltszucker, Fruchtsäfte, Nüsse, fast alle süßen „Light-Produkte"

Süßungsmittel

Traubenzucker (zB Dextroenergen), Milchzucker (außer bei Laktoseunverträglichkeit), Haushaltszucker mit Traubenzucker gemischt (1:0,5)

Fructose, Honig, Sorbit E420, E491-495

Getreide

Reis, Mais (Polenta), Stärke, Hirse, Haferflocken, Quinoa, Roggen, Weizenmehl Typ 450-480

Vollkornprodukte, Weizenkleie, Leinsamen, (Fertig-) Backwaren mit Zucker

Gemüse

Kartoffeln, Zucchini, Karotten, Blattsalate, Spinat, Fenchel, Mangold, Sellerie

Kohlgemüse, Zwiebel, Lauchgemüse, Sauerkraut,

Rohkost und ballaststoffreiche Kost

Milch

Trink-, Butter-, Sauer- oder Dickmilch, Naturjoghurt, Kefir, Käse, Sahne, Sauerrahm, Topfen

Milchmischprodukte, gesüßte Milchprodukte, viele Diät-Produkte, Speiseeis

Fleisch, Fisch, Eier

frisch oder tiefgekühlt, Schinken, Eier

fertige Fleischsalate, Konserven, Wurstwaren mit Zuckerstoffen

Getränke

Wasser, Tee, Kaffee, verdünnte Fruchtsäfte ev. gesüßt mit Traubenzucker, Wein in kleinen Mengen

Bier, pure Fruchtsäfte, Zichorienkaffee, Limonaden, kohlensäurehältige Getränke, Light-Getränke

 

Tipps:

  • Früchte: geeignete Sorten wählen, nur eine Portion (max. 120 g) pro Mahlzeit
  • Fruktose in geringen Mengen über den Tag verteilt wird besser toleriert als eine große Menge in kurzer Zeit
  • Zwiebel zum Kochen verwenden, aber nicht mitessen
  • Führen eines Ernährungstagebuchs; Welche Nahrungsmittel machen welche Beschwerden?
  • Zutatenlisten bei Produkten, aber auch von Medikamenten beachten
  • Keine fertigen Gewürzmischungen verwenden

 

© ÖGE (2007)

 

Quellen:

[1] BUCHART K. Nahrungsmittelallergie, 2. Auflage, Studien-Verlag, Innsbruck, 2005.

[2] LEDOCHOWSKI M. Facharzt für Innere Medizin / Ernährungsmedizin, A-6020 Innsbruck: Internet: www.fructose.at

[3] LEDOCHOWSKI M, FUCHS D, WIDNER B. Fruktosemalabsorption, Journal für Ernährungsmedizin (Ausgabe Österreich), 2000, 2(3) 10-14.

[4] LEDOCHOWSKI M, HÖLZ C, PFANDLE T. Fruchtzuckerarm kochen, 1. Auflage, Krenn-Verlag, Wien, 2004.

[5] TUTZ HU, KIEFER I. Laktose/Fruktose, 1. Auflage, Kneipp-Verlag, Leoben, 2005.

[6] UHLIR C. Bei Reizdarmsymptomatik an Fruktosemalabsorption denken, Ärzte Krone 17/04 S. 40-41.

[7] VEÖ: Nahrungsmittelunverträglichkeiten und deren Auslöser. (2003).

 

Histaminunverträglichkeit

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Unverträglichkeit auf Histamin und andere biogene Amine

Biogene Amine stehen im Verdacht Unverträglichkeitsreaktionen auszulösen, wobei der bekannteste Vertreter der biogenen Amine Histamin ist. [1] Reaktionen auf biogene Amine zählen zu den nicht allergischen Nahrungsmittelallergien. [19]

Definition

In der Literatur findet sich sowohl der Begriff Histaminintoleranz, als auch der Begriff Histaminunverträglichkeit. Als Intoleranz wird eine Störung beschrieben, welche wegen unzureichender Verarbeitung zugeführter oder freigesetzter Substanzen entsteht. Da bei Histamin dieser Zusammenhang nicht eindeutig ist, wird von der Deutschen Leitlinie zum Vorgehen bei Verdacht auf Unverträglichkeit gegenüber oral aufgenommem Histamin, empfohlen von einer Histaminunverträglichkeit zu sprechen. [1] [2]

Möglicherweise handelt es sich bei der Histaminunverträglichkeit weniger um ein isoliertes Krankheitsbild als vielmehr um einen „Symptomenkomplex“, der nur in einzelnen Fällen auf Histamin allein zurückge­führt werden kann. Außerdem kann es sein, dass es bei Betroffenen nur unter bestimmten Begleitum­ständen, wie unter Einnahme von bestimmten Medikamenten, bei entzündlichen Darmerkrankungen, Alkoholgenuss, bei einem veränderten Hormonstatus, in der prämenstruellen Phase und je nach Zusammensetzung des Mikrobioms zu Beschwerden kommt. [1]

Prävalenz

Zur Prävalenz der Histaminunverträglichkeit liegen keine genauen Daten vor, grobe Schätzungen aus Österreich aus 2009 gehen jedoch von 3 bis 4 % in der Bevölkerung aus. [24] Aktuellere Daten liegen derzeit noch nicht vor.

Infobox 1: Biogene Amine (eigene Abbildung, mod. nach [16])

Differentialdiagnosen

Klar abzugrenzen ist die Histaminunverträglichkeit von der akuten Histaminvergiftung, welche in den meisten Fällen durch unsachgemäß gelagerte Fische ausgelöst wird. Lebensmittel, welche eine Histaminvergiftung auslösen, weisen sehr hohe Gehalte an Histamin (400-500 mg/kg) auf, während sachgemäß gelagerte Lebensmittel deutlich niedrigere Mengen beinhalten. [3]

Eine weitere Unterscheidung zur Histaminunverträglichkeit muss vom sogenannten „Mastzellaktivierungssyndrom“ gemacht werden, bei dem es schon bei geringen Reizen zur Ausschüttung von Mastzellmediatoren, darunter auch Histamin, kommt. Die Unterscheidung wird zudem erschwert, da die Symptome des Mastzellaktivierungssyndroms auch durch histaminreiche Lebensmittel ausgelöst werden und die Symptome denen der Histaminunverträglichkeit gleichen. [4][5]

Biogene Amine im Körper

Histamin wird durch endogene Synthese aus der Aminosäure Histidin ge­bildet. Histamin ist ein Gewebshormon, dient jedoch auch als Neurotransmitter. Über vier verschiedene Rezeptoren werden die Funktionen von Histamin aktiviert, wobei der H1 und der H4-Rezeptor für die allergieartige Wirkung verantwortlich sind. [6]

Abgebaut wird Histamin, endogen als auch exogen, im Körper über die Methylierung durch die Histamin-­N­-Methyl­transferase (HNMT) und durch den oxidativen Abbau durch die Diaminoxidase (DAO). [1]

Als Pathomechanismus für Reaktionen auf oral aufgenommenes Histamin wird eine Abbaustörung der katabolisierenden Enzyme, vor allem der Diaminoxidase (DAO) vermutet. Der genaue Pathomechanismus ist jedoch noch unklar. [1] Nicht nur Histamin, sondern auch weitere biogene Amine wie Tyramin und Phenylethylaminstehen im Verdacht Unverträglichkeitsreaktionen auszulösen, die den Symptomen der Histaminunverträglichkeit gleichen. [9] Beim Abbau anderer biogener Amine wird vermutet, dass diese bei gleichzeitigem Verzehr mit Histamin um die Diaminoxidase konkurrieren. [1] Ebenfalls als Pathomechanismus diskutiert wird eine zugrunde liegende pseudoallergische Reaktion, [21] sowie eine erhöhte Permeabiliät im Magen-Darm-Trakt. [20]

In der folgenden Tabelle ist der Gehalt biogener Amine in Lebensmitteln aufgelistet:

 
Lebensmittel Gehalt an biogenen Aminen in mg/kg
  Histamin Tyramin Phenylethylamin
Fisch 0-8000 0-30 0-15
Käse 0-1300 0-1000 0-50
Wein 0-20 0-40 0-10
Bier 0-7 0-40 0-2
Trockenwurst 0-300 0-750 5-50
Sauerkraut 1-100 2-200  0-10

Tabelle 1: Gehalte biogener Amine in Lebensmitteln (mod. nach [12])

Abbildung 1: Histamin im Körper (eigene Abbildung)

 

Mögliche Symptome einer Unverträglichkeit auf biogene Amine

Die Symptome einer Unverträglichkeit auf biogene Amine können vielfältig sein und sich in verschiedenen Organen manifestieren. Hierbei können sowohl Sofortreaktionen, somit unmittelbar nach dem Verzehr von potentiell beschwerde-auslösenden Lebensmitteln, als auch Spätreaktionen auftreten.

Aus diesem Grund kann ein direkter Zusammenhang nicht immer erkannt werden. Folgende Symptome können durch Histamin und andere biogene Amine ausgelöst werden:

  • Dermatologische Symptome: Hautrötungen im Gesicht (Flush-Symptomatik), Juckreiz, Rötungen am Körper [1]
  • Gastrointestinale Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, abdominale Schmerzen [1]
  • Respiratorische Symptome: nasale Obstruktion, Asthmaanfälle, Rhinitis [13]
  • Kardiovaskuläre Symptome: Blutdruckabfall, Schwindel, Tachykardie [1]
  • Neurologische Symptome: Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel [13]

Histamin in Lebensmitteln

Histamin entsteht in mit Bakterien oder Pilzen fermentierten Lebensmitteln, wie z.B. in geräuchertem Fleisch und Fisch, Salami, gereiftem Käse, Sauerkraut oder alkoholischen Getränken. [3]

Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) besteht bei der Aufnahme von 25 bis 50 mg Histamin pro Mahlzeit in der Regel bei funktionsfähigen Histamin-abbauenden Enzymen kein Gesundheitsrisiko für Erwachsen. [16] Bei Patient*innen mit einer Histaminunverträglichkeit wird vermutet, dass schon bei durchaus geringeren Dosen  von ca. 10 mg Histamin Unverträglichkeitsreaktionen ausgelöst werden können. [20] Für Tyramin wurden 600 mg als sichere Dosismenge pro Mahlzeit festgelegt (niedriger bei Patient*innen, welche MAO-Hemmer einnehmen). Für andere biogene Amine ist die Datenlage unzureichend um sichere Höchstdosen festzulegen. [16]

Im Sinne des Verbraucherschutzes wurde bei Fisch außerdem durch die EU-Verordnung Nr. 2073/2005 über mikrobiologische Kriterien für Lebensmittel ein maximaler Histamingehalt von 400 mg/kg für bestimmte Fischsorten festgelegt. [11]

Die Angaben zum Histamingehalt in Lebensmitteln unterliegen, wie an Tabelle 2 ersichtlich ist, starken Schwankungen, da der Hist­amingehalt in Nahrungsmitteln in Abhängigkeit von Reifegrad, Lagerdauer und Verarbeitung steht. [3]

Lebensmittel n Histamingehalt (mg/kg)
    Mittelwert Minimum Maximum
Obst, Gemüse und Lebensmittel auf pflanzlicher Basis
Obst 136 0,07 (0,02) NN NN
Nüsse 41 0,45 (1,23) NN 11,86
Gemüse 98 2,82 (7,43) NN 69,72
Hülsenfrüchte 11 NN NN NN
Getreide 28 0,12 (0,33) NN 0,89
Schokolade 25 0,58 (0,44) 0,16 0,56
Gewürze 12 NN NN NN
Alkoholische Getränke
Bier 176 1,23 (2,47) NN 21,60
Weißwein 83 1,24 (2,47) 0,10 13,00
Rotwein 260 3,81 (3,51) 0,09 55,00
Fisch und Meeresfrüchte
Frischer Fisch 136 0,79 (0,71) NN 36,66
Fisch in Konserve 96 14,42 (16,03) NN 657,05
Fisch Halbkonserve 49 3,48 (3,37) NN 34,90
Fleisch und Wurstwaren
Frisches Fleisch 6 NN NN NN
Gekochtes Fleisch 48 0,30 (0,26) NN 4,80
Gepökeltes Fleisch 23 12,98 (37,64) NN 150,00
Trocken fermentierte Wurstwaren 209 32,15 (14,22) NN 357,70
Milchprodukte
Ungereifter Käse 20 NN NN NN
Rohmilchkäse 20 59,37 (106,74) NN 389,86
Käse aus pasteurisierter Milch 20 18,05 (38,23) NN 162,03

Tabelle 2: Histamingehalt in verschiedenen Lebensmittelgruppen [3]
*NN: nicht nachweisbar

Diagnose

Bisher gibt es kein gesichertes Vorgehen zur Dia­gnostik einer Unverträglichkeit auf oral zugeführ­tes Histamin. Die Messung der DAO-Aktivität im Serum, der Histamin-50-Pricktest, die Messung von Enzymaktivitäten im Darm, die Stuhluntersuchung von Histamin, die Messung der Histaminkonzentration im Plasma und die Bestimmung des Methylhistamingehalts im Urin erweisen sich als nicht oder nur bedingt aussagekräftig. Bisher gibt es keine objektiven Parameter, das Vorhandensein einer Unverträglichkeit gegenüber exogen zugeführtem Histamin zu untermauern. [1]

Studienlage

Die Ergebnisse von Studien, die Patient*innen mit Verdacht auf Histaminunverträglichkeit untersuchen, sind kontrovers. Während in früheren Studien davon ausgegangen wurde, dass die Beschwerden nach dem Verzehr von histaminhältigen Lebensmitteln durch eine histaminarme Diät verbessert werden können [7], liefern neuere Studien andere Ergebnisse.

Die Ergebnisse der Studie von Komericki et. al. ergaben, dass die Patient*innen nach einer Histaminprovokation mit 75 mg kein von dieser abhängiges Reaktionsschema zeigten. Die Einnahme von Diaminoxidase-Kapseln brachte hingegen einen signifikanten Rückgang der Symptome. Die Ergebnisse dieser Studie unterstützen die Annahme, dass neben dem Histamin, auch das Vorhandensein anderer biogener Amine eine Rolle spielt. [8] Wie in Tabelle 1 ersichtlich, können in Lebensmitteln, welche Histamin enthalten, auch andere biogene Amine enthalten sein, die für die Unverträglichkeitsreaktionen verantwortlich sein könnten.

Therapie

Neuere Studien sehen einen Zusammenhang mit der Supplementation von Diaminoxidase und der Verbesserung von Beschwerden, sowohl in der Häufigkeit des Auftretens, als auch in der Intensität der Beschwerden. Um eine generelle Therapieempfehlung aussprechen zu können, bedarf es jedoch weiteren Studien, da sich die vorhandenen Studien in den Punkten Studiendesign, Enzymdosierung, Interventionszeitpunkt und Messung der Ergebnisse unterscheiden. [3] Weiters gibt es Hinweise darauf, dass Antihistaminika wie H1- und H2-Rezeptorblocker zur Behandlung einzelner Symptome über einen definierten Zeitraum eingesetzt werden können, um zu überprüfen, ob sich das Beschwerdebild verbessert. [1]

Ernährungstherapie

Im Rahmen der Ernährungstherapie sollte Betroffenen zu Beginn die Hypothese der Histaminunverträglichkeit, aber auch die Diskussion um erläutert werden.  Die wissenschaftliche Datenlage bei den Lebensmittelempfehlungen ist unübersichtlich und die Empfehlungen oftmals nicht wissenschaftlich fundiert, da diese häufig auf Erfahrungsberichten beruhen. Aus diesem Grund gibt es keine allgemeingültige Ernährungsempfehlung bei Histaminunverträglichkeit. [10]

Ähnlich der Fruktosemalabsorption, handelt es sich bei der Histaminunverträglichkeit um ein Mengenproblem, bei dem geringe Mengen meist gut vertragen werden, eine größere Menge jedoch problematisch ist. [10]

Histaminliberatoren

Vermutet wird auch, dass bestimmte Lebensmittel als sogenannte Histaminliberatoren wirken könnten. Als Histaminliberatoren werden Stoffe bezeichnet, welche die Freisetzung von Histamin fördern. In Zellkulturen gelten die biogenen Amine Cadaverin (v.a. in Sauerkraut) und Spermin und Spermidin (v.a. in Getreidekeimlingen) als Histaminliberatoren. [11] Aus Erfahrungsberichten wird vermutet, dass auch Erdbeeren und Zitrusfrüchte als Histaminliberatoren wirken könnten. [7][12]

Phasen der Ernährungstherapie

Die Therapie der Histaminunverträglichkeit sollte sich in drei Phasen gliedern, welche im Folgenden beschrieben werden:

 

Abbildung 2: Therapieansatz mit 3 Phasen (eigene Abbildung)

  1. Karenzphase:

    In dieser Phase sollten alle potentiell unverträglichen Lebensmittel gemieden werden.

    Die folgende Liste enthält Lebensmittel, die in der 14-tägigen Karenzphase vermieden werden sollten. Diese ist in Zusammenarbeit mit und basierend auf Erfahrungen von Patient*innen entstanden. Es ist zu erwähnen, dass die Liste auf den häufigsten Auslösern von Beschwerden beruht und somit auf Histamin, andere biogene Amine und Histaminliberatoren zurückgeführt werden kann.

    Lebensmittelauswahl für die 14-tägige Karenzphase

    Die häufigsten Auslöser von Beschwerden (sollten vermieden werden):

    1. Alkoholische Getränke, meist Rotwein und Champagner (je nach Sorte und Herstellung; im Holzfass gereifte Weine haben teilweise höhere Gehalte als solche aus Edelstahltanks)
    2. Käse, besonders lange gereifte Sorten
    3. Schokolade, kakaohaltige Lebensmittel
    4. Salami, Rohwürste, Rohschinken
    5. Nüsse
    6. Fisch (v.a. in Konserven)
    7. Tomate, Sauerkraut, Spinat
    8. Zitrusfrüchte, Kiwis, Erdbeeren, reife Bananen
    Histaminarme Lebensmittel (können verzehrt werden):
    • Kartoffeln, Reis, Teigwaren, Brot, Gebäck
    • Alle Fleischarten, frisch oder tiefgekühlt: Pute, Rind, Schwein, Huhn etc.
    • Eier
    • Alle Gemüsesorten, die oben nicht angeführt sind, z.B. Blattsalate, Karotten, Zucchini
    • Alle Obstsorten, die oben nicht angeführt sind, z.B. Apfel, Birne, Melone, Heidelbeere
    • Alle Schinkenarten, die keine Reifungszeit benötigen: gekochter Schinken, Putenschinken
    • Alle Wurstwaren, die keine Reifungszeit benötigen: Fleischwurst, Brühwurst, Bratwurst
    • Alle Milchprodukte, die keine Reifungszeit benötigen: Joghurt, Milch, Frischkäse, Quark
    Allgemeine Empfehlungen:
    • Frische und ungereifte Lebensmittel bevorzugen
    • Auf Fertig- und Halbfertigprodukte verzichten
    • Unverarbeitete Lebensmittel bevorzugen
    • Auf Küchenhygiene achten
    • Auf ausreichende Kühlung achten und Kühlkette nicht unterbrechen

    Tabelle 3: Lebensmittelauswahl für die 14-tägige Karenzphase (mod. nach [7][11][18][23])

     

  2. Testphase
    In dieser Phase sollte anhand eines Symptomtagebuchs festgestellt werden, welche Lebensmittel Beschwerden verursachen. Das Einführen von neuen Lebensmitteln sollte in Abhängigkeit der Bedürfnisse und der Beschwerden erfolgen.
  3. Dauerernährung

    Langfristig sollte die Ernährung entsprechend der in der Testphase ermittelten individuellen Toleranz der Patient*innen gestaltet werden. [1]

    Da eine histaminarme Ernährung gemäß dem genannten Stufenschema den Grundsätzen einer vollwertigen Ernährung nicht widerspricht, kann ohne Risiko ausgetestet werden, ob diese Ernährungsform bestehende Symptome lindert. [10]

© ÖGE 2021

Quellen:

[1] Reese I, Ballmer-Weber B, Keyer K et al.: Leitlinie zum Vorgehen bei Verdacht auf Unverträglichkeit gegenüber oral aufgenommenem Histamin. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI), der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA), Ärzteverband Deutscher Allergologen (AeDA) und der Schweizerischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (SGAI). Allergo J Int 2017; 26: 72-9.

[2] REESE I: Histaminintoleranz – wirklich eine Unverträglichkeit im Sinne einer reproduzierbaren Gesundheitsstörung auf definierte Auslöser? Bundesgesundheitsbl 2016; 59: 771-6.

[3] COMAS-BASTÉ O, SÁNCHES-PÉREZ S, VECIANA NOGUÉS MT, et al.: Histamine intolerance: the current state of the art. Biomolecules 2020; 10 (8): 1181

[4] STURM K: Das Mastzellaktivierungssyndrom. Eine Volkskrankheit? MTA Dialog 2017; 18(9): 760-4.

[5] WEILER CR, AUSTEN KF, AKTIN C, et al.: AAAAI Mast Cell Disorders Committee WorkGroup Report: Mast cell activation syndrome (MCAS) diagnosis and management. J Allergy Clin Immunol 2019; 144 (4): P883-96.

[6] SCHWEIZERISCHE INTERESSENSGEMEINSCHAFT HISTAMIN-INTOLERANZ (SIGHI): Histamin-Stoffwechsel bei Gesunden. www.histaminintoleranz.ch/de/histaminose_histaminstoffwechsel.html#vorkommen (Zugriff: 26.04.2021).

[7] JARISCH R (ed.): Histaminintoleranz, Histamin und Seekrankheit: Stuttgart: Thieme 2013.

[8] KOMERICKI P, KLEIN G, REIDER N, et al.: Histamin intolerance: lack of reproducibility of single symptoms by oral provocation with histamine: a randomized, double-blind, placebo controlled cross-over study. Wien Klin Wochenschrift 2011; 123: 15-20.

[9] WANTKE F, GÖTZ M, JARISCH R: Histamin-free diet: treatment of choice for histamin-induced food tolerance and supporting treatment for chronical headaches. Clinical and Experimental Allergy 1993; 23: 982-5

[10] OCH U: Histaminunverträglichkeit. Nie mehr Rotwein und Käse? Ernährungs Umschau 2021; 68 (4): S21-8

[11] STENEBERG A: Biogene Amine – Ernährung bei Histamin-Intoleranz. Umwelt und Gesundheit 2/2007: 47-56.

[12] DUNKELBERG H, GEBEL T, HARTWIG A (ed.): Handbuch der Lebensmitteltoxikologie. Weinheim: Wiley VCH 2007.

[13] Maintz L, Novak N: Histamine and histamine intolerance. Am J Clin Nutr 2007; 85: 1185–96

[14] Wöhrl S, Hemmer W, Focke M, Rappersberger K, Jarisch R: Histamine intolerance-like symptoms in healthy volun- teers after oral provocation with liquid histamine. Allergy Asthma Proc 2004; 25: 305–11

[15] Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES): Biogene Amine. 2021. https://www.ages.at/themen/rueckstaende-kontaminanten/biogene-amine/tab/1/ (Zugriff 28.04.2021)

[16] European Food Safety Authority (EFSA): Scientific Opinion on risk based control of biogenic amine formation in fermented foods. EFSA Journal 2011;9(10):2393

[17] DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR ERNÄHRUNG e.V. (DGE). (2020). DGE Beratungsstandards. (1. Auflage). Kapitel 4.1.4: Histaminunverträglichkeit. Deutsche Gesellschaft für Ernährung.

[18] DORIS FRITZSCHE: Histaminintoleranz. Beschwerdefrei genießen. München: Gräfe und Unzer 2016.

[19] TÖNDURY B, WÜTHRICH B, SCHMID-GRENDELMEIER P et al. Histaminintoleranz: Wie sinnvoll ist die Bestimmung der Diaminoxidase-Aktivität im Serum in der alltäglichen klinischen Praxis? Allergologie 2008; 31: 350-356

[20] WEIß C. Biogene Amine. Ernährungsumschau 2009; 56: 176-179

[21] REESE I. Pseudoallergische Reaktionen. Ernährung 2008; 2: 16-21

[22] WÜTHRICH B. Histaminintoleranz: Fakt oder Fiktion? TMJ 2009; 29-31

[23] MELNIK B, SZLISKA C, NÖHLE M et al. Nahrungsmittelunverträglichkeiten durch biogene Amine. In: Wüthrich B, Hrsg. Nahrungsmittel und Allergie. München: Dustri; 2002: 60-69

[24] KOFLER H, ABERER W, DEIBEL M. Diaminoxidase keine diagnostische Hilfe bei Histaminintoleranz. Allergologie 2009; 32: 105-110

Kreuzallergien

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Pollensaison und die häufigsten Kreuzallergene

Bei Pollenallergikern kommt es häufig auch zu Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel; dieses Phänomen wird als Kreuzallergie bezeichnet.
Grund dafür ist, dass in Pollen die gleichen Eiweißverbindungen vorkommen können wie in einigen Lebensmitteln. Der Körper bildet also Antikörper gegen diese Eiweiß-Antigene in Pollen und reagiert daher auch auf die betroffenen Lebensmittel. Beispielsweise können Gräser- und Getreidepollen eine Kreuzreaktion mit Getreidemehl, Hülsenfrüchten, Tomaten, Bananen, Mangos, Melonen, Cashewnüssen und Pistazien auslösen.

 

Kreuzreaktive Allergene:
 

Nahrungsmittel

mögliche Kreuzreaktion mit:

Kernobst (z.B. Apfel, Birne) Birke, Gräser/Getreide, Beifuß, Ragweed (Traubenkraut), Steinobst, rohe Kartoffel, Sellerie, rohe Tomate
Steinobst (z.B. Zwetschke, Marille) Birke, Gräser/Getreide, Beifuß, Kernobst, Erdnuss, Nüsse allg., Latex
Banane Birke, Kiwi, Melone, Avokado, Latex
Kiwi Birke, Gräser/Getreide, Beifuß, Mehle, Sesam, Mohnsamen, Latex
Mango Birke, Beifuß, rohe Karotte, Sellerie, Latex
Melone Gräser/Getreide, Ragweed, Banane, Gurke, rohe Karotte, Sellerie, Latex
Avokado Banane, Kiwi, Latex
rohe Karotte Birke, Beifuß, Mango, Melone, Gurke, Sellerie
rohe Kartoffel Birke, Kernobst, rohe Tomate, Latex
Sellerie (auch Gewürz) Birke, Gräser/Getreide, Beifuß, Ragweed, Kernobst, Mango, Melone, Gurke, rohe Karotte, rohe Tomate, Curry-Gewürzmischung, Paprika- Gewürz, Pfeffer, Kümmel, Koriander, Latex
rohe Tomate Birke, Gräser/Getreide, Beifuß, Kernobst, rohe Kartoffel, Sellerie, Erdnuss, Latex
Erdnuss Beifuß, Steinobst, Erbse, Soja, rohe Tomate, Latex
Nüsse allgemein Birke, Hasel, Beifuß, Steinobst, Kiwi, Mehle, Sesam, Mohnsamen
Mehle (Roggen/Weizen/Hafer)

Gräser/Getreide, Kiwi, Nüsse allg., Reis, Sesam, Mohnsamen

 

bei Allergie auf:

Mögliche Reaktion auf:

Baumpollen (z.B. Birke, Erle, Hasel)

Haselnuss, Walnuss, rohe Mandel, Paranuss, Cashewkern,

roh: Apfel, Pfirsich, Nektarine, Kirsche, Zwetschke, Kiwi, Marille, Birne, rohe Karotte, Sellerie, rohe Tomate, Soja,

Selleriegewürz, Anis, Kümmel, Koriander, Petersilie, Dill, Basilikum, Oregano Chilli

Kräuterpollen (z.B. Beifuß, Gänsefuß) Sellerie, rohe Karotte, Fenchel, rohe Tomate, rohe Kartoffel, Paprika, Kamille, Anis, Kümmel, Koriander, Curry, Petersilie, Knoblauch, Basilikum, Oregano, Pfeffer, Muskat, Zimt, Ingwer, Sonnenblumenkerne
Gräser- und Getreidepollen Erdnuss, Soja, Lupinenmehl, Erbse, Bohnen, rohe Tomate, Mehlstaub, rohes Getreide, Melone (Kreuzallergien auf Gräser und Getreidepollen sind sehr selten)
Hausstaubmilbe Garnelen, Krabben, Hummer, Scampi, Schnecken, Muscheln, Austern, Tintenfisch
Erdnüsse Birke, Beifuß, rohe Karotte, Sellerie, Latex
Melone Lupinenmehl, Soja
Krebstiere Weichtiere (v.a. Schnecken und Tintenfisch)

Fett gedruckt: häufige Kreuzallergene

 

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Quellen:

[1] KÖRNER U, SCHAREINA A (2009) 

[2] www.daab.de/all_kreuzallergie.php

 

 

Laktoseintoleranz

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Wie viele sind betroffen?

Die wohl bekannteste nichtimmunologische Nahrungsmittelunverträglichkeit ist die Laktoseintoleranz. Sie ist sehr stark verbreitet und laut Schätzungen dürften ca. 90% der Weltbevölkerung davon betroffen sein. Unter den Österreichern dürfte diese Rate bei ca. 10 - 15% liegen. [AKNÖ: Nicht alles ist eine Allergie. (2004)]

Verdauungsvorgang bei nicht Betroffenen:

Der durch die Nahrung aufgenommene Milchzucker wird im Dünndarm durch das Verdauungsenzym Laktase in Glukose und Galaktose gespalten. Diese beiden Energielieferanten werden anschließend von der Mukosa ins Blut aufgenommen.

Verdauungsvorgang bei Betroffenen:

Betroffene können die in der Milch von Säugetieren enthaltene Laktose (= Milchzucker) nicht bzw. nicht vollständig verdauen, da das Enzym Laktase fehlt oder nicht in ausreichender Menge produziert werden kann.
Es kommt zu Blähungen und Durchfällen, jedoch kann das Ausmaß der Symptome von Mensch zu Mensch variieren. Nur wenige laktoseintolerante Patienten vertragen nicht mehr als kleinste Mengen an Milchzucker (ca. 1 - 2g). Diese müssen laktosefreie Diät halten. Der größte Teil der Betroffenen ist bereits unter Einhaltung eines laktosearmen Speiseplans (ca. 8 - 10g) beschwerdefrei. Ein gesunder Erwachsener nimmt bei normaler Mischkost ca. 20 - 30g Milchzucker pro Tag zu sich.

Laktosegehalt von Milchprodukten: [Kasper, 1996]

Milchprodukt (g) Laktose / 100g
Kuhmilch 4,8
Joghurt 3,7 - 5,6
Buttermilch 3,5 - 4,0
Schlagobers (süß/sauer) 2,8 - 3,6
Butter 0,6
Molke 2,0 - 5,2
Desserts (z. B. Pudding) 3,3 - 6,3
Eiscreme 5,1 - 6,9
Hüttenkäse 2,6
Hartkäse, Schnittkäse, Weichkäse fast laktosefrei

 

Auch in vielen anderen Produkten kann Laktose beispielsweise als Bindemittel enthalten sein (daher immer das Lebensmitteletikett genau durchlesen)! Hart-, Schnitt-, Weich- und Sauermilchkäse sind fast laktosefrei und werden daher meist gut vertragen. Sauermilchprodukte wie Joghurt, Topfen, Buttermilch und Sauermilch können trotz des hohen Milchzuckeranteils gut verdaut werden, da die im Nahrungsmittel enthaltenen Bakterienstämme im Darm große Mengen an Laktose abbauen können. Bei laktosearmer Kost (d.h. 8 - 10g Milchzucker pro Tag sind erlaubt) sollte Käse problemlos und Sauermilchprodukte in kleinen Tagesrationen genossen werden können.

Laktosefreie Produkte:

Im Handel sind bereits eine Vielzahl laktosefreier Produkte erhältlich wie z. B.: Milch, Topfen, Schlagobers, Butter, Käse, Joghurt (Natur od. mit Früchten) und Schoko-Pudding. In diesen Lebensmitteln ist der Milchzucker bereits in die Monosaccharide Glukose und Galaktose aufgespalten. Daher können diese Produkte auch problemlos konsumiert werden (der Restgehalt an Laktose liegt unter 0,1%).

Das fehlende Enzym Laktase zum Einnehmen:

In Apotheken sind bereits rezeptfreie Präparate erhältlich die das Enzym Laktase in gefriergetrockneter Form (meist in Kapseln) enthalten. Bei Einnahme vor oder während der Nahrungsaufnahme wird dem Körper das fehlende Enzym oral verabreicht und dadurch können auch laktosehältige Produkte verzehrt werden.

Kann ein Nährstoffmangel vorliegen?

Mögliche Mangelnährstoffe bei einer Laktoseintoleranz sind vor allem Kalzium, Vitamin D und einige B-Vitamine. Laktosefreie Lebensmittel (dazu gehören auch Sojaprodukte) stellen eine gute Alternative da, um Mangelzuständen vorzubeugen.

Diagnostik der Laktoseintoleranz:

Bei Beschwerden nach Konsum von Milchprodukten und Beratung durch einen Allergologen wird auf der Gastroenterologie im Spital (ambulant) ein H2-Atemtest mit dem betroffenen Patienten durchgeführt, um eine sichere Diagnose stellen zu können. Dazu muss der Betroffene bereits 12 Stunden zuvor nüchtern sein. Man misst zuerst den H2-Nüchternwert und verabreicht dem Patienten anschließend 50g Laktose, aufgelöst in 250 ml Leitungswasser. Anschließend wird in Abständen von 30 Minuten, über einen Zeitraum von ca. 3 - 4 Stunden, der H2-Gehalt der Ausatemluft bestimmt. Liegen die Werte 20ppm über dem Nüchternwert, so ist dieser Test als positiv anzusehen. Jedoch gibt die Höhe der Werte nur indirekt Auskunft über den Grad der Laktoseintoleranz. Je höher die Aktivität der Dickdarmbakterien beim Abbau der Laktose ist (bzw. je mehr nicht resorbierter Milchzucker im Dickdarm landet), desto höher ist der Gehalt an Wasserstoff in der Ausatemluft. Seit einiger Zeit kann bei Verdacht auf Laktoseintoleranz auch ein Gentest (auf den LCT-Genotyp) durchgeführt werden. Dazu entnimmt der behandelnde Arzt dem Patienten eine Blutprobe oder einen Wangenschleimhautabstrich.
Ein sehr hoher Prozentsatz - laut Schätzungen bis zu 70% - der laktoseintoleranten Bevölkerung ist auch von einer Fruktosemalabsorption betroffen.

 

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Milchallergie

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Milchallergie – nicht verwechseln mit Laktose- (=Milchzucker) intoleranz

Diese tritt vor allem im Säuglings- und Kleinkindalter auf; davon betroffen sind ca. 2 - 3% der Kinder und 1% der Erwachsenen. Es wird eine allergische Reaktion gegen Milcheiweiß ausgelöst. Bei Kindern kann die Kuhmilchallergie in 70% der Fälle vor dem 6. Lebensjahr wieder verschwinden. Prinzipiell unterscheidet man daher bei der Milchallergie auch die Unverträglichkeit von Casein oder von Molkeneiweiß.
Milcheiweiß wird unterteilt in das schwer lösliche, hitzestabile Casein und das leicht lösliche, hitzeempfindliche Molkeneiweiß. Trinkmilch, Buttermilch, Sauermilch, Joghurt und Kefir sind Milchprodukte, die das gesamte Milcheiweiß enthalten. Topfen und Käse können als Caseinkonzentrate bezeichnet werden, da das Molkeneiweiß bei der Käseherstellung nicht ausgefällt wird.
Da Molkeneiweiß nur in Kuhmilch vorhanden ist, sind auch die allergischen Reaktionen nur auf diese beschränkt. Bei einer Molkeneiweißallergie kann daher auf Ziegen-, Schaf- und Stutenmilch ausgewichen werden. Sind jedoch Caseine für die allergische Reaktion verantwortlich, muss leider auf alle Milcharten verzichtet werden. Als Alternative dazu kann Sojamilch getrunken werden, welche mit Kalzium angereichert sind. Eine Nahrungsergänzung (Supplementierung) mit Kalzium sollte zusammen mit dem behandelnden Arzt in Erwägung gezogen werden.

 

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Nahrungsmittelallergien

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Wie häufig ist eine Nahrungsmittelallergie?

Eine richtige Nahrungsmittelallergie tritt sehr selten auf, daher ist nur ein geringer Teil der Weltbevölkerung (ca. 1 – 10%) davon betroffen. Derzeit haben in Österreich, Deutschland und der Schweiz ca. 4% der Kinder und 2 – 3% der Erwachsenen eine „echte“ Lebensmittelallergie. In den meisten Fällen ist die Ursache der Beschwerden „lediglich“ in einer Nahrungsmittelunverträglichkeit zu suchen.

Allergien im Vormarsch?

Die Zahl der Neuerkrankungen steigt jährlich um ca. 10% an, was einer Verbesserung der Testverfahren zur Diagnosestellung zu „verdanken“ ist, denn für viele ist es eine wahre Erleichterung die Ursache ihrer Beschwerden zu kennen und durch Einhalten einer Diät wieder mehr Lebensqualität zurück zu gewinnen. Aber auch eine Veränderung unserer Essgewohnheiten führt zu einem kontinuierlich ansteigenden jährlichen Zuwachs an Betroffenen. Kürzere Stillzeiten bei Säuglingen, zu frühes Einführen von Beikost und das Füttern vieler verschiedener Lebensmittel können zum Auslöser einer Allergie werden. Ebenso der Konsum exotischer Nahrungsmittel bei Erwachsenen, wenn bereits eine genetische Vorbelastung vorhanden ist, wie beispielsweise Nüsse oder Früchte. Auch stark verarbeitete Lebensmittel (z. B.: Fertigprodukte, Tiefkühlprodukte) können ihren Beitrag zur Entstehung einer Allergie beitragen. Frisch zubereitete Speisen sind zu bevorzugen!

Wodurch wird eine Nahrungsmittelallergie ausgelöst?

Eine Allergie ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems nach mehrmaligem Kontakt mit Stoffen, die es als fremd ansieht. Die allergieauslösenden Nahrungsbestandteile werden als Allergene bezeichnet und man vermutet, dass die Neigung zur Überreaktion des Immunsystems angeboren ist. Bei Nahrungsmittelallergien reagiert der Körper auf Eiweißbestandteile in Lebensmitteln und löst eine Überreaktion des Immunsystems aus. Durch diese Warnsignale werden Antikörper gebildet; so genannte Immunglobuline. Diese gehören zum Typ E und werden daher als IgE (Immunglobuline E) bezeichnet.

Welche Symptome können auftreten und wodurch?

Der Körper bildet Abwehrstoffe dagegen, bindet diese an bestimmte Zellen und dadurch werden Gewebshormone wie beispielsweise Histamin freigesetzt. Histamin ist für viele Allergiesymptome im Körper verantwortlich wie beispielsweise Hautrötung, Luftröhrenverengung und Schwellung. Dadurch kommt es an den Schleimhäuten zu heftigen allergischen Reaktionen (laufende Nase, tränende Augen, Juckreiz, Asthmaanfall).
In den meisten Fällen ist die Ursache der Beschwerden jedoch keine immunologisch bedingte Nahrungsmittelallergie, sondern eine Nahrungsmittelunverträglichkeit.

Was ist der Unterschied zwischen einer Allergie und einer Intoleranz?

Da die Symptomatik der Nahrungsmittelallergie ähnlich der der Nahrungsmittelunverträglichkeit ist, fällt es oft schwer diese zu unterscheiden. Es folgt eine kurze Erklärung dazu:
Die klassische Nahrungsmittelallergie ist eine Überreaktion des Immunsystems auf - für Gesunde - ungefährliche Substanzen, die vom Körper als Fremdstoffe angesehen werden.

Wie kommt es zu einer Allergie?

Unser Immunsystem kann zwischen körpereigenen und körperfremden Substanzen unterscheiden und unterteilt diese noch einmal in schädliche und unschädliche. Dadurch schützt uns unser Körper vor Krankheitserregern, Viren und Bakterien.
Eine Lebensmittelallergie entsteht durch eine Überreaktion des Immunsystems auf Eiweißbestandteile in Lebensmitteln. Durch diese Warnsignale des Immunsystems an den Körper werden Antikörper gebildet; so genannte Immunglobuline. Diese gehören zum Typ E und werden daher als IgE (Immunglobuline E) bezeichnet.
Durch die Bildung dieser Antikörper wird das Immunsystem sensibilisiert. Bei erneutem Verzehr des allergieauslösenden Lebensmittels („Antigen“) bekämpft der Körper das aufgenommene Antigen mit den zuvor gebildeten Antikörpern. Dies führt zu einer Freisetzung von Stoffen, welche für die Allergiesymptome in unserem Körper verantwortlich sind. Zwischen der Sensibilisierung des Immunsystems und dem Auftreten der ersten Symptome können mehrere Jahre vergehen.
Zusammenfassend wird eine Nahrungsmittelallergie durch Antikörper-bildung, Sensibilisierung und darauf folgende Symptomatik hervorgerufen.

Bei Kindern treten oft andere Allergien auf als bei Erwachsenen

Säuglinge reagieren häufig auf Kuhmilch, Ei und Soja, während bei Kindern zusätzlich auch noch Nüsse, Getreide und Fisch eine Rolle spielen können. Die häufigsten Allergieauslöser bei Erwachsenen sind vor allem Getreide, Ei, Fisch, Nüsse, Milch, Gewürze, Obst und Gemüse. Lebensmittelallergien bei Kindern treten vor allem während der ersten drei Lebensjahre in Erscheinung und verschwinden meist bis zum Schuleintritt wieder. Allergien, die erst im Erwachsenenalter auftreten, verschwinden leider in den seltensten Fällen wieder.
Das Auftreten von Allergien kann genetisch bedingt sein. Sind also die Eltern bereits betroffen, ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, dass auch das Kind eine Allergie entwickeln wird.

Allergierisiko eines Neugeborenen:

[aid e.v., DGE e.V.: Allergie(-risiko). (1482/2009)]

 

Kein Elternteil allergisch 15%
Ein Geschwister allergisch 25 - 35%
Ein Elternteil allergisch 20 - 40%
Beide Eltern allergisch 50 - 60%
Beide Eltern allergisch mit gleicher Allergie 60 - 80%


Die wichtigsten Begriffe im Überblick (per Klick erfahren Sie mehr):

Milchallergie
Eiallergie
Fischallergie
Getreideallergie
Zöliakie
Kreuzallergien
Pseudoallergien
Nahrungsmittelintoleranz (bzw. -unverträglichkeit)
Laktoseintoleranz
Fruktosemalabsorption
Histaminintoleranz
Neurodermitis

Diagnostik von Allergien:

Zuerst wird die Anamnese durchgeführt, um in Erfahrung zu bringen, welche Symptome in Zusammenhang mit bestimmten Nahrungsmitteln auftreten. Um im Vorfeld die richtigen Fragen zu stellen, ist viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl nötig. Anschließend werden in der Diagnostik zwei Verfahren angewandt, die nur in Kombination wirklich aussagekräftige Ergebnisse liefern können.
 

  • Blutuntersuchung (In-vitro-Diagnostik)
    Der Gesamt-IgE Wert im Blut wird bestimmt; er soll Hinweise auf Allergene geben, bei denen eine hohe Sensibilisierung vorliegen kann. Zu den meist angewandten Verfahren zählen der RAST und der ImmunoCAP Test. Bei niedrigen RAST-Klassen im Bluttest kann der Betroffene das Lebensmittel beschwerdefrei genießen.
     

  • Hauttest:
    Dazu zählen der Prick Test und der Prick-zu-Prick Test.
    Der Prick-Test gibt Auskunft darüber in welchen Lebensmittel-gruppen mit Sensibilisierungen zu rechnen ist. Es werden Allergenextrakte auf die Haut aufgetragen und durch anschließendes einritzen (=pricken) dieser können die Allergentropfen in die obersten Hautschichten einziehen und eine allergische Reaktion (Rötung) auslösen. Es wird auch eine Negativ-Kontrolle mit Kochsalz und eine Positiv-Kontrolle mit Histamin durchgeführt. Nach Eingrenzung der möglichen sensibilisierten Lebensmittelgruppen wird der Prick-zu-Prick Test durchgeführt. Hierbei werden einzelne Lebensmittel in nativer Form auf die Haut aufgetragen und geprickt.
      

Deklarationspflicht von Lebensmitteln mit allergenem Potenzial
Häufige Auslöser von Nahrungsmittelallergien und –intoleranzen müssen laut neuer Lebensmittelkennzeichnungsverordnung vom November 2005 in der Zutatenliste angegeben werden.

Liste der Lebensmittelzutaten mit allergieauslösendem Potenzial:

  • Glutenhaltige Getreide (d. h. Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Kamut oder deren Hybridstämme) sowie daraus gewonnene Erzeugnisse
    a) Glukosesirupe auf Weizenbasis einschließlich Dextrose
    b) Maltodextrine auf Weizenbasis
    c) Glukosesirupe auf Gerstenbasis
    d) Getreide zur Herstellung von Destillaten oder Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs für Spirituosen und andere alkoholische Getränke
  • Krebstiere und daraus gewonnene Erzeugnisse
  • Eier und daraus gewonnene Erzeugnisse
  • Fische und daraus gewonnene Erzeugnisse, außer
    a) Fischgelatine, die als Träger für Vitamin- oder Karotinzubereitungen verwendet wird
    b) Fischgelatine oder Hausenblase, die als Klärhilfsmittel in Bier und Wein verwendet wird
  • Erdnüsse und daraus gewonnene Erzeugnisse
  • Sojabohnen und daraus gewonnene Erzeugnisse, außer
    a) vollständig raffiniertes Sojabohnenöl und -fett
    b) natürliche gemischte Tocopherole (E306), natürliches D-alpha-Tocopherol, natürliches D-alpha-Tocopherolazetat, natürliches D-alpha-Tocopherolsukzinat aus Sojabohnenquellen
    c) aus pflanzlichen Ölen aus Sojabohnen gewonnene Phytosterine und Phytosterinester
    d) aus Pflanzenölsterinen gewonnene Phytostanolester aus Sojabohnenquellen
  • Milch und aus Milch gewonnene Erzeugnisse (einschließlich Laktose), außer
    a) Molke zur Herstellung von Destillaten oder Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs für Spitituosen und andere alkoholische Getränke
    b) Lactit
  • Schalenfrüchte, d. h. Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Kaschunüsse, Pekannüsse, Paranüsse, Pistazien, Makadamiannüsse und Queenslandnüsse und daraus gewonnene Erzeugnisse, außer
    a) Schalenfrüchte für die Herstellung von Destillaten oder Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs für Spirituosen und andere alkoholische Getränke
  • Sellerie und Sellerieerzeugnisse
  • Senf und Senferzeugnisse
  • Sesamsamen und Sesamsamenerzeugnisse
  • Schwefeldioxid und Sulfite in einer Konzentration von mehr als 10mg/kg oder 10mg/l, als SO2
  • Lupinen und daraus gewonnene Erzeugnisse
  • Weichtiere und daraus gewonnene Erzeugnisse

Bei vielen Menschen werden nach den Mahlzeiten allergische Reaktionen hervorgerufen, die sie aber schwer selbst zuordnen können. Andere sind durch zahlreiche positive Allergietests stark verunsichert und schränken Ihren Speiseplan immer stärker ein. Außer-Haus-Essen wird immer risikoreicher, die soziale Flexibilität sinkt dadurch. Auch der allgemeine Ernährungszustand der Betroffenen verschlechtert sich häufig durch strikte Allergenkarenz. Ein individuelles Gespräch mit einem Allergologen und ein Besuch bei der Diätberatung können den Betroffenen die ernährungsbedingte Umstellungsphase stark verkürzen und Ihnen viele praktische Alltagstipps für ein beschwerdefreies Leben mitgeben.

 

Quellen:

 

[1] AKNÖ: Nicht alles ist eine Allergie. (2004)

[2] aid e.V.: Lebensmittelallergien. aid-Vertrieb DVG, Birkenmaarstraße 8, D-53340 Meckenheim. (1415/2000)

[3] aid e.v., DGE e.V.: Allergie(-risiko). (1482/2009)
Buchart K: Nahrungsmittelallergie, (2.Auflage 2005). Studienverlag, Innsbruck (2003)

[4] ÖGE: Wenn Kuhmilch nicht vertragen wird - Alternativen in der Kinderernährung. Ernährung aktuell 01/2003

[5] ÖGE: Mehr Lebensqualität trotz Laktoseintoleranz. Ernährung aktuell 01/2006

[6] VEÖ: Nahrungsmittelunverträglichkeiten und deren Auslöser. (2003) („Nix für Milchfans und Obsttiger: Laktose- und Fruktoseintoleranz")

 

 

 

Nahrungsmittelintoleranz (bzw. –unverträglichkeit)

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Wie kommt es zu einer Intoleranz?

Die Nahrungsmittelintoleranz ist ein angeborener oder erworbener Enzymdefekt. Dies läuft ohne Antikörperbildung ab und es kommt zu keiner Sensibilisierung des Immunsystems. Eine Unverträglichkeitsreaktion dieser Art kann auf toxischen, allergischen, biochemischen oder psychischen Auslösern basieren.

Zu den häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten gehören:

  • die Laktoseintoleranz (= Milchzuckerunverträglichkeit)
  • die Fruktosemalabsorption (= Fruchtzuckerunverträglichkeit)
  • und die Histaminintoleranz.

 

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Neurodermitis

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Neurodermitis - Kombination mit Unverträglichkeit und/oder Allergie

Neurodermitis ist eine teilweise erblich bedingte chronische, stark juckende, entzündliche Hauterkrankung deren Auslöser nicht immer bekannt ist. Auch Allergene, Infekte und psychische Probleme können Ursachen für diese Erkrankung sein.

Neurodermitis tritt nicht immer in Zusammenhang mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Allergie auf:

Bei ca. einem Drittel der an Neurodermitis erkrankten Kinder dürfte diese Kombination vorliegen. Säuglinge und Kleinkinder sind meist von den klassischen Lebensmittelallergien wie beispielsweise Kuhmilch, Hühnerei und Weizen betroffen. Diese verschwinden häufig (zu ca. 80%) bis zum Schuleintritt wieder. Danach tritt Neurodermitis oft in Zusammenhang mit pollenassoziierten Lebensmittelunverträglichkeiten auf. Trotzdem können betroffene Kinder unter Einhaltung einer allergenarmen Mischkost problemlos am gemeinsamen Familienessen teilnehmen. Diese optimierte Mischkost stellt eine gute Ernährungsform für die ganze Familie dar.

Was ist bei der Ernährung zu berücksichtigen?

An Neurodermitis erkrankte Menschen sollten bei ihrer Ernährung vor allem darauf achten viel zu trinken und reichlich pflanzliche Nahrungsmittel zu sich zu nehmen. Tierische Lebensmittel sollten nur mäßig und fette Lebensmittel äußerst selten konsumiert werden.
Ab einem gewissen Alter sollten betroffene Kinder bereits aktiv am Lebensmitteleinkauf beteiligt werden, sodass sie schon früh Einblick in die richtige Auswahl allergenarmer Speisen bekommen.

Diagnostik bei Neurodermitis:

Bitte wenden Sie sich bei länger andauernden Hautproblemen (z. B. Rötungen, Schuppen,...) unbedingt an einen Allergologen, dieser wird nach einem ausführlichen Gespräch mit Ihnen einen Haut- und Bluttest durchführen. Im Anschluss daran wird meist eine Eliminationsdiät (= meiden des allergenhältigen Lebensmittels für 7 Tage) vorgeschlagen.
Für Neurodermitiker, bei denen Spätreaktionen der Haut nach dem Prick-Test auftreten können, wurde der Atopie-Patch-Test entwickelt. Dabei werden die nativen Nahrungsmittel auf Tupfer aufgetragen und für 48 Stunden auf dem Rücken festgeklebt.

 

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Pseudoallergien

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Pseudoallergien - Symptomatik vorhanden und doch keine „echte“ Allergie

Es gibt auch Allergieformen, bei denen keine Antikörper gebildet werden; diese sind unter dem Begriff Pseudoallergien (keine „echte" Allergie) bekannt geworden. Auch hier treten die typischen Symptome auf, allerdings ist die Diagnosestellung schwieriger, da keine Antikörper im Blut nachgewiesen werden können. Um eine Pseudoallergie auszulösen, sind meist höhere Konzentrationen des Allergens nötig als bei „echten" Allergien. Als Auslöser fungieren hier nicht nur Eiweißverbindungen, sondern auch natürlich in Lebensmitteln vorkommende Substanzen wie Salizylsäure und Benzoesäureester sowie Lebensmittelzusatzstoffe, Aromastoffe und biogene Amine.

 

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Zöliakie bzw. Weizenunverträglichkeit

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Zöliakie – eine Glutenunverträglichkeit – keine Allergie

 

Definition

Bei Zöliakie (auch „Einheimische Sprue“ oder „Gluteninduzierte Enteropathie“) handelt es sich um eine chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut. Zöliakie wird durch den Genuss glutenhältiger Speisen ausgelöst. Gluten ist das Klebereiweiß, welches in bei uns üblichen Getreidesorten enthalten ist. Glutenverzehr führt zu Schädigungen der Dünndarmschleimhaut, wodurch die Aufnahme von Nährstoffen behindert wird und Mangelzustände ausgelöst werden. Bleibt sie unbehandelt verschwinden die Dünndarmzotten (Zottenatrophie). Um einer Zottenatrophie vorzubeugen ist eine strikte glutenfreie Ernährung zwingend erforderlich.

Tritt die Erkrankung im Kindesalter auf, wird sie als Zöliakie bezeichnet. Tritt sie hingegen im Erwachsenenalter auf, dann nennt man sie Einheimische Sprue. Die Erkrankung kann unterschiedlich schwer verlaufen und basiert auf einer Unverträglichkeit des Getreideproteins Gluten.

Die Zöliakie tritt familiär gehäuft auf, es muss also eine genetische Veranlagung vorhanden sein. Die Befragung von Familienmitgliedern auf eine mögliche Erkrankung ist daher in vielen Fällen sehr hilfreich, 10-15% aller Geschwister, Eltern oder Kinder von Betroffenen entwickeln ebenso eine Zöliakie.

Die Zöliakie ist keine Nahrungsmittelallergie!

Prävalenz

In Europa soll bis zu einem Prozent der Bevölkerung betroffen sein. Seit der verbesserten Diagnostik mit Serum-Antikörpern fallen ständig mehr Fälle auf. Zuletzt sank die Inzidenz in Europa auf 1:200 bzw. 1:100.

Krankheitsursachen und Symptome

Der Dünndarm hat die Aufgabe Nährstoffe aus dem Darm in das Blut weiterzuleiten. Durch Faltenbildung der Darmschleimhaut und Ausstülpungen (Dünndarmzotten) entsteht eine sehr große Oberfläche, die nötig ist, um die Nährstoffe aus der Nahrung an das Blut weiterzugeben. Durch das Gluten, das in den Getreidearten Weizen, Roggen, Gerste und Hafer enthalten ist, kommt es bei Zöliakie-Betroffenen zu einer Auto-Immunreaktion der Darmschleimhaut. Die Dünndarmzotten bilden sich zurück (Zottenatrophie). Das hat eine eingeschränkte Nährstoffaufnahme aus dem Darm (Malabsorption) zur Folge, da die Oberfläche des Darms immer kleiner wird. Dadurch können Nährstoffe, wie beispielsweise Vitamine und Spurenelemente (v.a. Eisen, Kalzium, Folsäure, Cobalamin, fettlösliche Vitamine) nur noch sehr stark eingeschränkt aus dem Dünndarm aufgenommen werden (Malabsorption). Es kommt zu einem Nährstoffmangel und zu den entsprechenden Folgeerkrankungen. Besonders bedeutend ist ein Eiweißmangel, der entscheidend für Wachstums- und Hormonstörungen ist. Bei schwangeren Frauen wirkt sich der Mangel auf das ungeborene Kind aus. Symptome können sein:

  •    Durchfall/Verstopfung
  •    Gastrointestinalen Blutungen
  •    Blähungen
  •    Abnorme Stühle
  •    Krämpfen
  •    Übelkeit
  •    unspezifischen Symptomen: Migräne, Depressionen, Nervosität
  •    Müdigkeit
  •    Eisenmangelanämie
  •    Muskel- und Gelenksschmerzen
  •    ev. Gewichtsverlust
  •    ev. juckende Bläschen auf der Haut

Tritt die Gluteninduzierte Enteropathie im Jugend- und Erwachsenenalter auf, dann sind die Symptome oftmals sehr unspezifisch. Mögliche Symptome neben Malabsorption wären:

  • verzögerte Pubertät
  • Unfruchtbarkeit
  • Zahnanomalien
  • Muskelhypotonie
  • Osteoporose
  • Neurologische Erkrankungen
  • Geschwüre der Mundschleimhaut, des Dünndarms und der Speiseröhre
  • Laktoseintoleranz (Verwertungsstörung des Milchzuckers)

In der Regel zeigen sich erste Anzeichen für Zöliakie im Kindesalter (ca. Beginn des zweiten Lebensjahres), nach Übergang von Muttermilch auf Getreidebreie. Mögliche Symptome sind:

  •    Gedeih-Störungen
  •    Schlechte Laune
  •    Abnorme Stühle
  •    Gelegentliches Erbrechen

Bei älteren Kindern:

  •    Kleinwuchs
  •    Anämie
  •    Verhaltensstörungen

Tritt die Zöliakie im Jugend- und Erwachsenenalter auf sind die Symptome oftmals unspezifisch. Mögliche Symptome (neben Malabsorption):

  •      verzögerte Pubertät
  •      Eisenmangelanämie
  •      Verdauungsstörungen
  •      Unfruchtbarkeit
  •      Zahnanomalien
  •      Muskelhypotonie
  •      Osteoporose
  •      Neurologische Erkrankungen
  •      Geschwüre der Mundschleimhaut, des Dünndarms und der Speiseröhre
  •      Laktoseintoleranz (Verwertungsstörung des Milchzuckers)

Der Verlauf der Erkrankung hat mehrere Phasen, wobei die Ausprägung der Symptome von schwach bis sehr stark reichen kann. Manche haben gar keine Beschwerden.

Diagnose

Bei Verdacht auf Zöliakie sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden. Die einzige beweisende und medizinisch anerkannte Untersuchung zur Diagnosestellung bei Verdacht auf Zöliakie ist die Gastroskopie (Magenspiegelung) mit Dünndarmbiopsie in jedem Alter. Dabei werden dem obersten Dünndarmabschnitt schmerzfrei kleine Gewebsproben entnommen um so eine mögliche Zottenatrophie nachzuweisen. Indirekt können spezifische Antikörper im Blut auf Zöliakie hinweisen.

Wichtig ist bis zur endgültigen Diagnose mittels Dünndarmbiopsie keinesfalls eine glutenfreie Diät zu halten, da sonst das Untersuchungsergebnis verfälscht wird!

Zur Diagnostik werden folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • Blutbild, Blutgerinnung, Eisen, Gesamteiweiß, Kalzium und Phosphatspiegel im Serum, ev. Folsäure, Vitamin B12 und Vitamin D
  • Tissue-Transglutaminsase-Antikörper (tTG) oder endomysiale Antikörpre (EMA) bei sehr jungen Kindern, evtl. auch Antigliadin-Antikörper
  • Gastroskopie (Magenspiegelung) und Duodenalbiopsie (Dünndarmbiopsie) à zur eindeutigen Diagnosestellung  unumgänglich

Obwohl im Blut mancher Patienten Antikörper gegen das Gluten zu finden sind, handelt es sich nicht um eine Allergie.

Prävention

Kleine Mengen von glutenhaltigem Getreide können mit Beginn der Beikost gegeben werden. Eine Einführung von kleinen Mengen Gluten zwischen Beginn des 5. Monats und Beginn des 7. Monats während des Weiterstillens, kann der Entstehung von Zöliakie, Diabetes mellitus Typ 1 und Weizenallergie vorbeugen.

Therapie

Je nach vorhergegangenem Krankheitsverlauf sollte mit einer glutenfreien leichten Vollkost begonnen werden, bei geringen oder gar keinen Beschwerden steht einer glutenfreien Vollkost nicht im Wege. Wichtig: schlampige Diäten führen zu denselben Folgeschäden wie gar keine Diät. Das bedeutet den vollständigen Verzicht auf Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Grünkern und Dinkel. Stattdessen können Produkte aus Hirse, Reis, Mais, Buchweizen, Quinoa, Amaranth, etc. gewählt werden. In der Anfangsphase der Therapie sollte auch Laktose gemieden werden, da oftmals auch eine Laktoseintoleranz besteht. Nach der Regeneration der Darmschleimhaut werden Milchprodukte wieder vertragen. Aufgrund der Fettabsorptionsstörung wird auch die Aufnahme mittelkettiger Triglyceride (MCT-Fette) empfohlen. Es wird auch eine Supplementierung mit den fettlöslichen Vitaminen (Vitamine A, D, E ,K) sowie den verschiedenen Mineralstoffen empfohlen. Wird die Therapie nicht eingehalten, schreitet die Zottenatrophie fort und schwere Erkrankungen können die Folge sein.

Lebensmittelauswahl

Zu den glutenhaltigen Getreidesorten und Produkten werden vor allem:
Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Dinkel, Grünkern, Einkorn, Emmer, Urkorn, Kamut, Bulgur, Couscous, Triticale und Wildreis gezählt.

Die Betroffenen können aber problemlos auf:
Mais, Naturreis, Hirse, Amaranth, Quinoa und Buchweizen (= Knöterichgewächs, kein Getreide, nicht mit Weizen verwandt) ausweichen

Glutenfreie Produkte können in Reformhäusern, Drogeriemärkten oder Apotheken erworben werden.

Geeignete Lebensmittel:

Die Therapie stellt eine lebenslänglich streng glutenfreie Ernährung dar. Das bedeutet den vollständigen Verzicht auf folgende Getreidesorten und deren Produkte:

Weizen, Roggen, Gerste und Hafer sowie deren Abstammungen und Kreuzungen wie z.B. Triticale, Dinkel, Grünkern, Kamut, Einkorn, Emmer

  • Malz und malzhaltige Getränke: Bier, Ovomaltine, Malzkaffee

Die Anwendungsgebiete von glutenhältigen Zutaten sind vielseitig, daher sollte immer die Zutatenliste auf der Verpackung gelesen werden.

  • Mehl, Grieß, Couscous, Perlweizen, Ebly, Bulgur, Grütze, Schrot, Flocken, Kleie, gekeimtes Getreide
  •    herkömmliche Brot und Backwaren, Teigwaren
  •    Knabbergebäck, Cornflakes, Fertiggerichte
  •    Saucen, Dressings, Ketchup, Konserven, ...
  •    Bier, lösliche Kaffees, Malzgetränke
  •    Süßigkeiten wie Pralinen, Nugat, Marzipan, ...
  • Milchprodukte nach Therapiebeginn vermeiden wegen evtl. sekundärer Laktoseintoleranz; nach Regeneration der Dünndarmschleimhaut langsam steigern
  • Malz und malzhaltige Getränke: Bier, Ovomaltine, Malzkaffee

Hauptsache ist der glutenfreie Genuss!

Geeignete Lebensmittel:

  • Mais, Reis, Wildreis, Hirse, Braunhirse, Teff, Buchweizen (= Knöterichgewächs, kein Getreide, nicht mit Weizen verwandt), Amaranth, Quinoa, Soja (Vorsicht jedoch bei Sojasauce!), Sesam, Leinsamen, Kastanienmehl, Johannisbrotkernmehl, Lupinenmehl, Guarkernmehl, Pfeilwurzelmehl, Kuzu, Tapioka, Maniok, Sago, Hanf, Bananenmehl, Kartoffeln, Gemüse, Obst, Nüsse, Milch, Eier, Fleisch, Fisch, Geflügel, Fette, Öle etc.

In der Anfangsphase der Therapie sollte auch Laktose gemieden werden, da oftmals auch eine Laktoseintoleranz besteht.

Nach der Regeneration der Darmschleimhaut werden Milchprodukte wieder vertragen.

Aufgrund der Fettabsorptionsstörung wird auch die Aufnahme mittelkettiger Triglyceride (MCT-Fette) empfohlen. Es wird auch eine Supplementierung mit den fettlöslichen Vitaminen (A,D,E,K) empfohlen.

Unterschied zwischen Zöliakie und Weizenallergie

Bei der Weizenallergie handelt es sich nicht wie bei der Zöliakie um eine Erkrankung des Dünndarms, sondern um eine Allergie gegen das Eiweiß der Getreidesorte Weizen, andere Getreidesorten werden hingegen mehr oder weniger gut vertragen.

Weizen stellt in unseren Breiten das häufigste Getreideallergen dar. In Asien steht Reis, in den USA Mais an der Spitze der Getreideallergene. Damit wird der Zusammenhang zwischen Verzehrshäufigkeit und Allergiehäufigkeit deutlich.

Die Getreideallergene liegen dicht unterhalb der Schale des Getreidekorns. Beim Schälen des Korns wird ein Großteil dieser Eiweißbestandteile entfernt. Die Typenzahl des Mehls drückt aus, wie viel Schalenanteile das Mehl noch enthält. Je niedriger die Typenzahl, desto weniger Schalenanteile sind im Mehl noch vorhanden. Das bedeutet gleichzeitig, dass eine niedrige Typenzahl des Mehls für Allergiker günstiger ist. Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist diese Empfehlung aber nur dann haltbar, wenn auf die betroffene Getreidesorte auch wirklich eine Sensibilisierung und durch Provokation erwiesene Unverträglichkeit vorliegt. Denn je niedriger die Typenzahl des Mehls, desto geringer ist auch der Nährstoffgehalt.

Lebensmittelauswahl bei einer Weizenallergie

 

Zu meidende Lebensmittel:

  • Weizenmehle und Weizenvollkornmehle
  • Weizenkleie, Weizenstärke
  • Weizenkeimöl, Weizenbier
  • Bindemittel, Stärke, Semmelmehl, Malz
  • Vorsicht bei verarbeiteten Lebensmitteln

Geeignete Lebensmittel:

  • Hafer, Gerste, Roggen
  • Mais, Reis, Buchweizen, Hirse
  • Quinoa, Amaranth
  • Kartoffelstärke, Sojamehl, Guakernmehl und Johannisbrotkernmehl

Dinkel und Kamut sind uralte Weizenformen, die sich besonders geschmacklich vom hochgezüchteten Weizen unterscheiden. Nach neueren Untersuchungen sollen 80 % des Dinkeleiweißes mit Weizeneiweiß identisch sein, trotzdem wird auffällig häufig Dinkel besser vertragen als Weizen. Eine separate diagnostische Abklärung von Dinkel ist deshalb empfehlenswert.

Auch Grünkern (unreif geernteter gedarrter Dinkel) wird von den meisten Weizenallergikern vertragen, nur in seltenen Fällen kann es auch hier zu Überempfindlichkeiten kommen.

 

© ÖGE

 

Quellen:

[1] BIESALSKI et al. Ernährungsmedizin, 4. Auflage, Thieme - Verlag, 2010.

[2] ELMADFA/LEITZMANN Ernährung des Menschen, 5. Auflage, UTB - Verlag, 2015.

[3] BUCHART K. Nahrungsmittelallergie, 2. Auflage, Studien-Verlag, 2005.

[4] AK-NÖ: Nicht alles ist eine Allergie, 2015.

[5] ÖSTERREICHISCHE ARBEITSGEMEINSCHAFT FÜR ZÖLIAKIE: Internet:www.zoeliakie.or.at

[6] ALLERGIEAMBULATORIUM REUMANNPLATZ: Internet: http://www.allamb.at/

[7] DEUTSCHE ZÖLIAKIE GESELLSCHAFT E.V.: Internet: http://www.dzg-online.de/

[8] KOULA-JENIK H, KRAFT M, MIKO M, SCHULZ RJ (HSRG.). Leitfaden Ernährungsmedizin. 1. Auflage, Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, 2006.

[9] RICHTIG ESSEN VON ANFANG AN! (REVAN). Österreichische Beikostempfehlungen, Expert/inn/enversionen, 2010. Internet: http://www.richtigessenvonanfangan.at/eltern/richtig-essen/beikost/beikostempfehlungen/

 

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