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Himalaya - Salz

Ernährungsphysiologische Bewertung - kritische Betrachtung

Ist Himalaya-Salz ernährungsphysiologisch wertvoller als herkömmliches Kochsalz oder sind die violetten Kristalle doch nur ein schöner Blickfang?

Himalaya-Salz wird als besonders wertvolles, 250 Jahre altes Salz aus den Urmeeren beworben.
Viele Aussagen der Anbieter sind jedoch wissenschaftlich nicht fundiert und widersprechen sich teilweise sogar. Es heißt z. B. Natriumchlorid sei „giftig". Sowohl Natrium, als auch Chlorid sind jedoch lebensnotwendige Mineralstoffe, ohne die unsere Körperfunktionen nicht aufrechterhalten werden können. Darüber hinaus besteht auch „Himalaya - Salz" zu mindestens 97 % aus Natriumchlorid.
Himalaya-Salz enthält laut Aussagen der Anbieter 84 „gesunde" Mineralstoffe und Spurenelemente. Diese sind allerdings in so geringen Mengen vorhanden, dass ein Großteil davon analytisch nicht nachgewiesen werden kann und bei üblichen Verzehrsmengen in keinster Weise zur Bedarfsdeckung beiträgt.

Zu den versprochenen Wirkungen des Himalaya-Salzes gehört unter anderem die Blutdrucksenkung. Diese Aussage ist fachlich falsch und außerdem gefährlich, denn gerade bei Bluthochdruckpatienten sollte die Salzzufuhr beschränkt werden, da das in jedem Salz enthaltene Natriumchlorid den Blutdruck ansteigen lässt.
Auch das Fehlen von Jod und Fluorid wird von den Anbietern des Himalaya-Salzes als Vorteil propagiert, da diese „hochtoxische" Substanzen seien, die „die Giftigkeit des Natriumchlorids" noch zusätzlich erhöhen. Tatsächlich werden in unseren Breiten aber aufgrund jodarmer Böden und zu geringem Seefischkonsum nur etwa 40 - 50 % der empfohlenen Jodzufuhr aufgenommen. Jodmangel kann zu zahlreichen Erkrankungen führen, wie Strumabildung („Kropf") oder Kretinismus. Kretinismus ist eine schwere Entwicklungsstörung bei Kindern, die auftritt wenn Frauen während der Schwangerschaft zu wenig Jod aufnehmen.
Die Anreicherung des Kochsalzes mit 12 - 25 mg Jodid pro Kilogramm Kochsalz ist eine gesundheitspolitische Maßnahme, die in Österreich notwendig und gesundheitsfördernd ist.

Neben den gesundheitlichen sprechen auch noch finanzielle Gründe gegen den Konsum von Himalaya-Salz. Dieses kostet zwischen 10 und 20 € pro kg, während ein kg handelsübliches Speisesalz etwa 0,70 € kostet.

© ÖGE

 

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